Crailsheim Der Amokalarm in Crailsheim aus Schülersicht

Schild vom ASG in Crailsheim.
Schild vom ASG in Crailsheim. © Foto: Schild vom ASG in Crailsheim.
Crailsheim / SWP 20.03.2018
Schüler erzählen, wie sie den Tag im Gymnasium bei der Gewerblichen Schule erlebt haben.

10.00 Uhr: Bei der Polizei geht ein Notruf ein.

10.10 Uhr: Der Schulleiter wird aus dem Unterricht geholt. In der Schule verbreitet sich die Nachricht von einem Amokalarm. Dann folgen Durchsagen: Alle Fachbereichsleiter sollen sofort ins Sekretariat kommen, alle Schüler in den Klassenzimmern bleiben. Die Räume werden abgeschlossen, ebenso die Eingangstür.  Es herrscht Unsicherheit, einige Klassen verbarrikadieren die Türen von innen mit Tischen und Stühlen. Fenster und teilweise Jalousien werden geschlossen. Weg vom Fenster, heißt es. Einige Schüler weinen.
10.30 Uhr: In manchen Klassen geht der Unterricht weiter. Schüler kommunizieren trotz Handyverbots miteinander, vereinzelt werden auch Spiele gespielt. Die Lehrer sind ruhig, Panik soll erst gar nicht aufkommen. Dann scheint es vorsichtige Entwarnung fürs ASG zu geben – das melden andere Schüler.


11.15 Uhr: Wieder eine Durchsage: Schüler dürfen auf die Toilette, zuvor nutzten einige schon Waschbecken oder Mülleimer. Das Gerücht macht die Runde, dass es sich um zwei möglicherweise bewaffnete Personen handeln könnte.

11.30 Uhr: Durchsage: Alle Eltern, die sich auf dem Schulgelände aufhalten, sollen sich entfernen und auf Entwarnung der Polizei warten.

11.45 Uhr: Im Internet tauchen überregional weitere Meldungen auf. Auch das Ausland wird auf Crailsheim aufmerksam. Die Unsicherheit unter den Schülern ist groß.

12.20 Uhr: Über die sozialen Medien kommen Spekulationen aus ganz Deutschland rein: #Crailsheim.

12.55 Uhr: Die Polizei gibt vor der Agentur für Arbeit eine Pressekonferenz, sagt, dass es keinen „Echtfall“ gebe.

13.13 Uhr: Die Polizei twittert: „Durchsuchung ist abgeschlossen. Es konnte KEINE verdächtige Person angetroffen werden.“

13.15 Uhr: Letzte Durchsage im ASG: Die Schüler dürfen die Schule verlassen, Busse fahren lediglich von der Haltestelle Wilhelmstraße, ein Dank geht an die Lehrer. Einige Schüler scheinen total unberührt, aber irgendwie sind alle froh, endlich raus zu können. Die Erleichterung erkennt man auch daran, dass sich Schüler und Schüler sowie Schüler und Eltern in die Arme fallen, Tränen inklusive. Diejenigen, die nicht draußen erwartet werden, greifen zum Handy und geben so daheim Entwarnung. Kurzfristig ist sogar das Telefonnetz überlastet. Der Nachmittagsunterricht fällt aus, Hausaufgaben gibt es nicht, Klassenarbeiten beziehungsweise Klausuren werden nicht geschrieben.

14.02 Uhr: Noch ein Tweet der Polizei zum Einsatz in #Crailsheim: „Wir hoffen, dass wir Euch über Facebook und Twitter gut über den Sachverhalt informieren konnten. Leider gab es auch viele #fakenews.“

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