Crailsheim Wasser für Dörfer, Dank für Helfer

Crailsheim / Larissa Wörn 28.05.2018
Vier Mitglieder des Arbeitskreises Tansania des evangelischen Kirchenbezirkes Crailsheim waren zu Beginn des Jahres zu Gast in Tansania. Bei einem Informationsabend berichteten sie am Freitag von ihren Eindrücken.

Peter Mergen, Charlotte Rehbach sowie Gertrud und Gerhard Biermann haben es gewagt: eine Reise nach Tansania. Zu Gast in den Regionen Arusha, Moshi und Hai im Nordosten des Landes besichtigten sie die vom Arbeitskreis Tansania des Kirchenbezirks Crailsheim unterstützten Projekte. Im Martinshaus in Roßfeld erzählten sie von ihrer Reise.

Seit mehr als 20 Jahren hält der Arbeitskreis schon Kontakt zu dort lebenden Christen. „Grundlage unserer Arbeit in Tansania ist das Installieren von Wassertanks an Privathäusern oder öffentlichen Gebäuden“, erklärt Werner Schebesta, Koordinator des Arbeitskreises. Jedoch verstehe die Truppe ihre Arbeit als ganzheitlich. „Die Wassertanks bieten den Menschen eine erste Hilfe im Alltag. Aber der Schlüssel zur Verbesserung der Lebenssituation ist Bildung“, ergänzt Charlotte Rehbach.

Wer sich entscheidet, mit der Gruppe nach Tansania zu reisen, muss viele Entbehrungen in Kauf nehmen. So werden die Kosten für Flug, Unterkunft und Verpflegung nicht vom Arbeitskreis übernommen, sondern müssen privat getragen werden. „Das machen wir aber gerne. Unsere Einnahmen sollen voll und ganz für die Menschen in Tansania eingesetzt werden“, sagt Schebesta. „Zeitweise mussten wir mit zehn Liter Wasser am Tag für fünf Leute auskommen. Da lässt man das Waschen dann eben sein“, berichtet Rehbach.

Der Arbeitskreis erhält Spenden von derzeit rund 400 Privatleuten, Firmen und Crailsheimer Schulen. Das Geld wird zum einen dazu eingesetzt, Wassertanks aus Beton zu bauen. Die Tanks könnten einer Familie über die Trockenperiode hinweghelfen. Wenn eine Familie einen Wassertank haben möchte, muss sie das Material und die Verpflegung für die Handwerker stellen.

Der Arbeitskreis ermöglicht auch den Bau großer Wassertanks für Einrichtungen wie Schulen oder Krankenstationen. „Wenn an einer Schule ein Wassertank installiert ist, dann bleiben die Lehrer viel eher dort. Sonst sind viele Lehrkräfte nach wenigen Monaten wieder weg“, so Rehbach.

Auf der Reise wurde dem Arbeitskreis jedoch immer wieder ein Problem bewusst: die Wartung der Wassertanks. Während sich die Familien um ihre Tanks kümmerten, fühle sich an Schulen und Kindergärten oft niemand zuständig. Die Folge: Die Zuläufe verwittern, der Tank verschmutzt und wird unbrauchbar.

Rund 700 Tanks hat der Arbeitskreis schon ermöglicht. Wie viele noch gebraucht werden, ist schwer zu schätzen. „Vermutlich unendlich viele“, meint Charlotte Rehbach.

Der Arbeitskreis finanziert nicht nur Wassertanks sondern unterstützt unter anderem auch ein Zentrum zur Berufsausbildung und eine Ausbildungsstätte für Erzieherinnen. AIDS-Infizierten gewährt der Arbeitskreis einen Kleinkredit über 100 Euro, mit dem sie sogenanntes „small business“ beginnen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren.

„Wir können nie alle Mängel beheben, aber wir tun unser Bestes. Wenn man berücksichtigt, dass unser Arbeitskreis nur aus ungefähr zehn aktiven Mitgliedern besteht, stellen wir viel auf die Beine“, betont Peter Gansky, der Vorsitzende des Arbeitskreises. „Das alles ist es wert. Wenn man die Dankbarkeit der Menschen spürt, dann ist man einfach glücklich und erfüllt“, schwärmt Gertrud Biermann.

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