Einen nicht alltäglichen Polizeieinsatz hat es am Dienstag gegen 9.20 Uhr in Crailsheim gegeben. Auf Nachfrage unserer Zeitung teilt die Stadt mit, dass „bei einem Waffenbesitzer durch den Polizeivollzugsdienst Crailsheim vorübergehend Waffen mit Munition beschlagnahmt und eingezogen“ wurden. Dies sei aufgrund der Anordnung der Polizeibehörde der Stadt erfolgt, heißt es weiter. „Grund hierfür waren die aktuell bestehenden Zweifel an der persönlichen Eignung des Waffenbesitzers zum sachgemäßen, zuverlässigen und vorsichtigen Umgang mit Waffen.“

Im konkreten Fall leistete der Polizeivollzugsdienst auf Anfrage der Stadt Amtshilfe. Eine Beschlagnahme von Waffen komme in Crailsheim „äußerst selten“ vor, schreibt die Stadt noch, „der letzte Fall trat 2011 ein“.

2017 trifft es einen Reichsbürger

Im Landkreis Schwäbisch Hall gibt es drei untere Waffenbehörden: die Städte Schwäbisch Hall und Crailsheim sowie für den Rest das Landratsamt Schwäbisch Hall. Sie stehen fallbezogen in einem Austausch miteinander, wie es beim Landratsamt heißt, würden aber jeweils an die obere Waffenbehörde beim Regierungspräsidium berichten.

Bei der Person, deren Waffen am Dienstag in Crailsheim beschlagnahmt wurden, soll es sich nicht um einen sogenannten Reichsbürger handeln. Das Landratsamt entzog bislang einem Reichsbürger die Waffenbesitzkarte, 2017 war das. Dabei habe es „keine Probleme“ gegeben.

In die Waffenbesitzkarte trägt die Behörde die Schusswaffen ein, die jemand besitzen darf. In der Regel sind das Sportschützen, Jäger, Sammler oder Erben. Antragsteller müssen Voraussetzungen erfüllen: mindestens 18 Jahre alt sein, Zuverlässigkeit und persönliche Eignung besitzen sowie Sachkunde und waffenrechtliches Bedürfnis nachweisen. Anders als die Waffenbesitzkarte berechtigt der Waffenschein lediglich zum Führen der darin eingetragenen Waffen.

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