Ingelfingen Wachstumsdelle bei Bürkert

In der Ingelfinger Firmenzentrale wird weiterhin daran gearbeitet das Langzeitziel - die Umsatzmilliarde - zu erreichen.
In der Ingelfinger Firmenzentrale wird weiterhin daran gearbeitet das Langzeitziel - die Umsatzmilliarde - zu erreichen. © Foto: Bürkert Fluid Control Systems
Ingelfingen / MANFRED STOCKBURGER 09.04.2015
Obwohl die Geschäfte in Europa und den USA gut gelaufen sind, konnten die Ingelfinger ihren Umsatz nur leicht steigern. Geschäftsführer Heribert Rohrbeck hält dennoch an seinen Zielen fest.

. Die Vorfreude auf große Bauprojekte - neben dem neuen Produktions- und Logistikzentrum im Kochertal für 30 Millionen Euro investiert Bürkert auch in den USA in einen großen Neubau - prägte beim Ingelfinger Ventilspezialisten das vergangene Geschäftsjahr. Aber auch eine kräftige Wachstumsdelle in Asien.

Obwohl die Geschäfte in Deutschland, in den USA und auch im europäischen Ausland gut gelaufen seien, trat das Familienunternehmen beim Umsatz auf der Stelle: 412,4 Millionen Euro setzte Bürkert im vergangenen Jahr um. Das war kaum mehr als 2013 und deutlich weniger als der Plan, wie Geschäftsführer Heribert Rohrbeck sagt. Aber immerhin: Das Ergebnis sei nach wie vor "zufriedenstellend" - Zahlen nennt das Unternehmen nicht. Die Mitarbeiterzahl lag in der Gruppe unverändert bei 2500 Vollzeitstellen. In der Region beschäftigt Bürkert 1525 Mitarbeiter.

Die Hohenloher stecken angesichts der Lage in Asien den Kopf aber nicht in den Sand: Die Bauprojekte bleiben - und auch das Umsatzziel für 2015. Nur ist der Sprung zu den für das laufende Jahr geplanten 440 Millionen Euro größer als gedacht. Auf die Schwierigkeiten im Fernen Osten hat das Unternehmen reagiert - mit organisatorischen und personellen Änderungen im Vertrieb. "Das neue Jahr ist gut angelaufen", sagt Heribert Rohrbeck zuversichtlich. "Trotz der Seitwärtsbewegung ist die Mannschaft motiviert und leistungsbereit", spricht der Geschäftsführer seiner Belegschaft Dank und Anerkennung aus.

Aber nicht nur in Asien schärft das Unternehmen seine Geschäftsprozesse, die Rohrbeck "noch konsequenter als bisher auf den Kunden ausgerichtet" sehen möchte. Entsprechend setzt er weiter auf die Dezentralisierung, durch die er trotz des insgesamt rasanten Wachstums führbare Einheiten erhalten möchte. Denn: "Wir haben unseren Umsatz in den letzten zehn Jahren verdoppelt", betont der Chef.

Zum Kunden hin ist das Unternehmen in den vier Segmenten Wasser, Gas, Hygiene und Micro unterwegs, aber intern arbeitet Bürkert entlang der Physik, die sich dahinter verbirgt. So soll der Technologietransfer über die verschiedenen Branchen hinweg erleichtert werden. Von der industriellen Wasseraufbereitung über sterile Anwendungen im Hygiene-Segment, die in der Pharma-Branche aber auch in der Nahrungsmittelproduktion benötigt werden, oder Mikrodosieranlagen für die Blutanalyse sowie bei Beatmungsgeräten, in denen Gase gesteuert werden müssen: Die Gesetze der Naturwissenschaft gelten überall. Und überall werden Ventile, Sensoren und Steuerungsgeräte gebraucht. "Die Transferleistung zwischen den Segmenten muss vom Bürkert-Mitarbeiter kommen", erklärt er die Herausforderung.

Wachstumschancen sieht Rohrbeck in allen Segmenten. Als Beispiele nennt er die industrielle Wasseraufbereitung: "Das wird immer interessanter, weil die Umweltauflagen auch in Ländern wie China steigen" aber auch sterile Verpackungsmodule für flüssige Lebensmittel: "Das läuft ordentlich mit entsprechenden Zuwachsraten".

Sichtbares Zeichen der Zuversicht sind die Bauarbeiten in Criesbach. Ende Mai wird dort der Grundstein gelegt für Gebäude, die den Platz für weiteres Wachstum bieten werden. Langzeitziel der Bürkert-Gruppe bleibt schließlich neben der Eigenständigkeit die Umsatzmilliarde.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel