Onolzheimer Hobby-Tag Vormachen statt verkaufen

Crailsheim / Julia Vogelmann 23.01.2019
Zum dritten Mal haben die Landfrauen Onolzheim für Sonntag einen Hobby-Tag in der Turn- und Festhalle vorbereitet. Zur Ausstellung gibt den inzwischen traditionellen Hammelbraten.

Obwohl die Idee gut war, Menschen die Möglichkeit zu geben, ohne Verkaufs- und Konkurrenzdruck ihr Hobby vorzustellen, erinnert sich Gabriele Wolf-Lang, die Vorsitzende der Landfrauen Onolzheim, noch gut daran, wie zäh die erste Veranstaltung lief. Viele Zweifel und keine Besucher in der ersten Stunde nach der Hallenöffnung: Das war kein guter Start damals. Am Ende kamen die Besucher doch und zwar nicht zu knapp. Auch wenn es nach wie vor Unkenrufe gab, hielten die Landfrauen an ihrem Konzept fest. Am Sonntag, 27. Januar, geht es von 11 bis 17 Uhr in der Onolzheimer Halle in die dritte Runde. Längst ist die Veranstaltung eine Erfolgsgeschichte.

„Der Zulauf ist inzwischen groß. Wir hatten im letzten Jahr bereits viele Besucher von außerhalb, die Mund-zu-Mund-Propaganda läuft inzwischen gut“, freut sich Gabriele Wolf-Lang. Tatsächlich füllt das Konzept bei Ausstellern und Besuchern eine Lücke. Die einen können ihr Hobby, ihre Leidenschaft oder ihr Können präsentieren, und die anderen können sich in Ruhe informieren, ins Gespräch kommen und vielleicht sogar etwas ausprobieren, was später zum eigenen Hobby wird. „Unser Wunsch ist, dass die Aussteller nicht nur zeigen, sondern auch vormachen, sich also richtig präsentieren. So erhalten sie Anerkennung und Wertschätzung“, erklärt die Vorsitzende.

Wissen, das sonst verloren geht

Dabei spielt der Hintergedanke mit, Hobbys eine Plattform zu geben, die Wissen vermitteln, das sonst verloren geht – zum Beispiel besondere alte Stickarten. Auch soll Hobbys Zulauf verschafft werden, denen es an Nachwuchs und öffentlicher Aufmerksamkeit mangelt. „Wir sprechen alle Altersgruppen an, vom Kind bis zum Senior“, verspricht die Landfrauenvorsitzende.

13 Aussteller haben die Landfrauen heuer zusammengetrommelt. Das Angebot reicht von Malerei über Kupfer- und Holzarbeiten, Kalligrafie, Origami und Gartenarbeit bis hin zu Seniorensport und Einradfahren. Auch Nähkunst, Perlenschmuck und Kräuteraufzucht werden gezeigt. Dazu gibt es ein Kinderprogramm, und der Schachclub stellt sich vor.

„Wir sind das ganze Jahr auf der Suche nach Leuten, die etwas Ausgefallenes oder Interessantes können oder machen“, erklärt Gabriele Wolf-Lang, wie die Aussteller-Tische gefüllt werden. Inzwischen kommen aber auch Menschen von selbst auf sie zu und bieten sich mit ihrem Hobby an. Was es in diesem Jahr nicht gibt, sind Aufführungen auf der Bühne. Zu groß war die Ablenkung von den Präsentationen an den Tischen und bei den Gesprächen beim Essen.

20 Helfer in zwei Schichten

Auf die Teller kommt übrigens der traditionelle Hammelbraten. Wer den nicht mag, der kommt bei gemischtem Braten, Saiten mit Kartoffelsalat und Blooz auf seine Kosten. Ein Landfrauen-Kuchenbüfett gibt es natürlich auch, und auf dem Hof macht der Pizzawagen von „Aufbruch“ Station. Rund 20 freiwillige Helfer in zwei Schichten braucht es, um dieses Programm zu stemmen, weit mehr noch am Vortag, wenn die Halle aufgebaut wird und die Essensvorbereitungen laufen.

Dann tauschen sich übrigens auch die Aussteller aus, die statt Konkurrenz – wie oft auf Hobbymärkten – zur Abwechslung einfach mal Standnachbarn mit der gleichen Absicht sind, nämlich auf ihr Hobby aufmerksam zu machen und zu zeigen, was sie können. Da kommt es schon mal vor, dass aus dem Aufbau eine kleine Hocketse wird, die bis in die Nacht hinein dauert.

Niemand zahlt Standgebühr

„So entstehen Verbindungen, aus denen sich dann vielleicht Neues entwickelt“, freut sich die Vorsitzende. Inzwischen trägt sich die Veranstaltung, die sich rein über den Verkauf von Essen und Trinken finanziert, übrigens selbst. So kann auch in Zukunft beibehalten werden, was sich die Landfrauen als Ziel gesteckt hatten: Niemand verkauft etwas, niemand zahlt Standgebühr.

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