Brauchtum Von der Weißwurst bis zum Tanz

Wunderschöne Pferde, der Stolz eines jeden Besitzers, sind bei der Prämierung auf dem Frickentalplatz zu sehen.
Wunderschöne Pferde, der Stolz eines jeden Besitzers, sind bei der Prämierung auf dem Frickentalplatz zu sehen. © Foto: Archivfoto
Niederstetten / pm 09.01.2018
Rustikal, bodenständig, bunt – so begeht die Vorbachmetropole Niederstetten am kommenden Donnerstag zum 172. Mal seinen traditionsreichen Rossmarkt.

Wenn sich Pferdebesitzer, Pferdefreunde und andere Besucher in Niederstetten treffen, dann kann es sich nur um den Rossmarkt handeln, der am zweiten Donnerstag im Januar abgehalten wird. Der Rossmarkt ist damit einer der ersten Märkte im neuen Jahr. Er lockt trotz widriger Wetterbedingungen die Menschen in das schöne Städtchen. Die Winterruhe nach den Feiertagen wird durchbrochen vom bunten Treiben auf dem Prämierungsplatz, dem Krämermarkt und in der Innenstadt. Die  Gastwirte sorgen dafür, dass niemand hungrig oder durstig bleibt.

Für alle, die es gerne rustikal und musikalisch mögen, ist das Weißwurst-Frühstück mit Hocketse des Liederkranzes Niederstetten einer der ersten Termine des Rossmarkt-Tages, und auch die „Eintopf-Aktion“ des in Niederstetten stationierten Transporthubschrauberregiment 30 der Bundeswehr, deren Erlös dem Bundeswehrsozialwerk zugutekommt, wird dieses Jahr wieder stattfinden.

Edle Rösser und Arbeitspferde sind ab 9 Uhr auf dem Prämierungsgelände bei den Frickentalhallen zu bewundern. Dort werden die Tiere in drei Ringen und vier Kategorien von fachkundigen Preisrichtern bewertet. So mancher Pferdebesitzer steht deshalb schon in den frühen Morgenstunden im Stall und putzt seinen Liebling heraus. Die Preisrichter legen ihr Hauptaugenmerk weniger auf züchterische Leistungen sondern auf das gesamte Erscheinungsbild der Pferde und Pferdefamilien. Natürlich können, wie bei einem Pferdemarkt üblich, Tiere auch verkauft und gekauft werden. Diese Pferde sind an einer roten Schleife zu erkennen.

Nicht nur für Reiter ist das Schauprogramm nach der Prämierung interessant, das in diesem Jahr von Reiterinnen und Reitern des Birkenhofs Wunderlich in Dörzbach gestaltet wird.

Eine Besonderheit ist die Kutschen- und Gespannprämierung. Hier werden auf dem Festplatz die drei besten Gespanne prämiert und von den Preisrichtern beschrieben.

Auf dem Krämermarkt in der Langen Gasse können die Besucher von Mützen über Haushaltsartikel und Schmuck bis hin zur wintertauglichen Unterwäsche mancherlei erstehen.

Höhepunkt wird der farbenprächtige Umzug, bei dem die stolzen Besitzer, musikalisch begleitet, ihre prämierten Pferde und Gespanne zeigen.

„Rossen“ heißt es bei den Einheimischen, den „Steidemern“, wenn sie den Rossmarkt besuchen, Freunde treffen, schauen und reden. Und „gerosst“ wird den ganzen Tag lang bei jedem Wetter. Wer nach dem Rossmarkttag noch gut auf den Beinen ist, der lässt das Fest in gemütlicher Atmosphäre in einer Gaststätte oder beim Rossmarkt-Tanz in der alten Turnhalle ausklingen. Ab 21 Uhr spielen hier die „Störzel­bacher“ eine der bekanntesten Livebands Süddeutschlands.

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