Schon bei den ersten Tönen schwingen die Füße im Takt mit. In der Big-Band-Probe am Freitagnachmittag in der Aula des Albert-Schweitzer-Gymnasiums stimmen 17 junge Musiker die Titelmelodie des Films „Ghostbusters“ an. Die beiden Schlagzeuger geben den Takt vor, die Blechbläser übernehmen die Melodie, die Klavierbegleitung wechselt gekonnt zwischen Melodie und Improvisation.

Musiklehrer Tobias Wolber dirigiert die Schulband und achtet darauf, dass das Klangbild passt. „Jetzt mal nur die Blechbläser ab Takt 23“, wirft er ein. „Denkt an die Lautstärke und versucht, aufeinander zu hören.“ Nachdem die Trompeten und Posaunen ihren Part beherrschen, stimmen Klarinetten und Saxofone, Keyboard, Klavier, Gitarre, E-Bass und die Schlagzeuge wieder mit ein. Im Zusammenspiel entsteht der typische Big-Band-Sound.

Schule Big Band probt für nächsten großen Auftritt

Als nächstes werden die Noten für „Fluch der Karibik“ verteilt, anschließend wird es flippig zum Titel der „Muppet Show“, dann geht es mit der „Star-Wars-Suite“ ab ins Weltall. „Wir proben für ein Filmmusik-Konzert“, berichtet Tobias Wolber. Zum Schuljahresende soll es stattfinden.

Schüler haben unterschiedliche musikalische Erfahrungen

In der Big Band spielen Schüler aus verschiedenen Jahrgangsstufen zusammen: von der achten Klasse bis zur KS 2. „Leider werden uns nach dem Abitur einige gute Musiker verlassen“, sagt der Musiklehrer. Doch aus Erfahrung weiß er, dass immer wieder junge Talente aus jüngeren Jahrgängen nachkommen.

Voraussetzung für eine Aufnahme in die Schülerband ist, dass die Interessenten ein Instrument beherrschen. „Das Einstiegsniveau ist nicht besonders hoch. Man muss kein Meister sein“, meint Wolber. Er freut sich über jeden Schüler, der Freude daran hat, gemeinsam mit anderen Musik zu machen. „Momentan fehlt uns ein Tenorsaxofon, aber auch andere Instrumente sind willkommen.“

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Die Schüler kommen mit unterschiedlichen Erfahrungen. Sie spielen zum Teil in der Jugendkapelle Crailsheim, manche haben als Leistungskurs Musik gewählt, andere spielen im Posaunenchor und müssen sämtliche Big-Band-Stücke umschreiben.

Wie groß die Freude der jungen Bandmitglieder ist, beweise die Tatsache, dass sie freitags nach der sechsten Stunde noch in der Schule blieben, um gemeinsam zu proben, ist Wolber überzeugt. „Selbst, wenn man da oft schon müde ist – die Musik beflügelt.“ Er selbst freue sich jeden Freitag darauf, die Big Band, die vor vielen Jahren von Musiklehrer Wolfgang Schmid gegründet wurde, dirigieren zu dürfen: „Das ist ein toller Abschluss der Schulwoche.“

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Urspünge der Big Band in den USA der 1920er-Jahre


Eine Big Band ist eine große Jazzband mit mehrfach besetzten Holz- und Blechblasinstrumenten und einer Rhythmusgruppe. Zur Rhythmusgruppe gehören Klavier, Keyboard, Gitarre, Kontra- oder E-Bass, Tuba, Schlagzeug und weitere Perkussioninstrumente.

Die alte Bezeichnung lautet Jazz Orchestra. Diese kamen in den USA der 1920er-Jahre auf. Sie waren stilprägend für die sogenannte Swing-Ära.

Die Stücke stammen größtenteils aus dem Jazz, dem Pop oder der lateinamerikanischen Musik. Typisch sind Solo­improvisationen, bei denen ein Spieler improvisiert und die Rhythmusgruppe den Spieler begleitet.