Crailsheim Von Basel nach Bächlingen

Daniela Nowitzki: Kunst und Handwerk gehen bei ihr Hand in Hand. Demnächst gibt sie auch Kurse an der Volkshochschule.
Daniela Nowitzki: Kunst und Handwerk gehen bei ihr Hand in Hand. Demnächst gibt sie auch Kurse an der Volkshochschule. © Foto: privat
Crailsheim / Julia Vogelmann 11.10.2018
An der Volkshochschule bietet Daniela Nowitzki Kurse für Erwachsene und Jugendliche an. Zur „Langen Nacht der Türme“ stellt sie eigene Werke zum Thema im Forum in den Arkaden aus.

Auf die Frage, was sie denn nun eigentlich genau macht und ist, lacht Daniela Nowitzki und schiebt ein Visitenkärtchen über den Tisch, auf dem steht: Fotografin. Doch hinter der schnöden Berufsbezeichnung steht bei ihr ein buntes Berufsleben. Studium der Germanistik, Erziehungswissenschaft und Psychologie; Buchhändlerin, Kulturpädagogin, Journalistin, Deutschlehrerin und Kunstdozentin stehen dabei ebenso auf der Liste wie ihre Arbeit als freie Fotografin. Gearbeitet hat sie für Zeitungen und Zeitschriften, Buchverlage und Plattenlabel. Und das alles nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz.

Seit Anfang des Jahres lebt Daniela Nowitzki in Bächlingen, und seit diesem Herbst bietet sie Fotografie-Kurse an der Volkshochschule an, und zwar für Erwachsene ebenso wie für Jugendliche.

Von der Pike auf gelernt

Zur Fotografie kam die heute 61-Jährige durch eine Freundin, eine Fotografenmeisterin. „Bei ihr habe ich das Handwerk von der Pike auf gelernt“, erzählt Nowitzki. Zwar hat sie keine wirkliche Lehre absolviert, nie eine Prüfung abgelegt, dennoch sieht sie diese Zeit als den Beginn ihrer eigenen Geschichte als Fotografin. „Wir sind losgezogen miteinander und haben die Stadtzerstörung in Stuttgart fotografiert, wo damals immer mehr alte Häuser modernen Gebäuden weichen mussten“, blickt sie zurück auf die 70er-Jahre.

Ihre erste eigene Spiegelreflexkamera, damals noch analog, kaufte sie sich 1980. „Am Anfang fiel mir das Fotografieren von Menschen schwer“, gibt sie, gefragt nach ihren liebsten Motiven, zu. Eine freie Mitarbeit unter anderem beim Hohenloher Tagblatt und die damit einhergehende Legitimation, sich mit Menschen zu beschäftigen, halfen ihr über diese Anfangsschwierigkeiten rasch hinweg.

Erste Ausstellung in Vaihingen

Recht schnell verspürte sie auch den Drang, ihre Bilder mit der Öffentlichkeit zu teilen. Ihre erste Ausstellung war in Vaihingen/Enz. Weitere folgten, zum Beispiel im Jahr 2000 eine Ausstellung mit Mutter-Kind-Bildern, die Mütter aus der Region mit ihren Kindern im Alltag abbildeten. Auch an ihre Ausstellung „Auf der Milchstraße“, für die sie den Weg der Milch von der Kuh bis zum fertigen Milchprodukt abbildete, erwähnt sie bei ihrer Aufzählung.

Vor zehn Jahren, inzwischen wohnte Daniela Nowitzki in der Schweiz, fing sie an, digital zu fotografieren. „Das war ein Einbruch für mich, weil es den Brot­erwerb von freien Fotografen schwieriger macht, doch wirklich gewehrt habe ich mich dagegen nicht“, sagt sie heute. Trotz der vielen technischen Möglichkeiten, die es heute gibt, bearbeitet die Fotografin ihre Bilder nicht. Sie verändert nur das, was die Kamera und ihre Funktionen zulassen wie Farbe und Licht. „Das macht es schwer, denn die Konkurrenz ist bunt, und die junge Generation hat einen anderen Umgang damit.“

Filter selber herstellen

„Dass Bilder verändert werden, ist da völlig normal“, weiß sie. Genau deshalb möchte sie in ihren Fotokursen für Jugendliche, die sie „Ohne Filter?“ und „Echt?“ genannt hat, auch Möglichkeiten aufzeigen, wie man selbst Filter herstellen kann, etwa mit einer Glasplatte, Lippenstift oder Ruß. Die Arbeit an der Volkshochschule verknüpft für sie wunderbar das Unterrichten mit der Kunst. Dass sie nach vielen Jahren mit vielen Umzügen wieder zurück nach Hohenlohe gekommen ist, hat ganz pragmatische Gründe.

Die Eltern sind aus der Gegend, und die beiden Söhne wohnen in Stuttgart. Der Kulturschock beim Umzug von Basel nach Bächlingen ist ausgeblieben. „Ich wusste ja, was auf mich zukommt und wie anders dort alles ist“, sagt sie und gibt gleichzeitig lachend zu: „Ich fühle mich immer noch ein bisschen wie ein Immigrant. So viel Bürokratie.“ Begeistert ist sie aber vom kulturellen Angebot in Crailsheim.

„Was hier von den Bürgern kulturell auf die Beine gestellt wird, ist schon toll“, betont sie mit Blick auf Vereine wie Kultic oder Adieu Tristesse. Begeistert war sie auch von der Idee der „Langen Nacht der Türme“. Als sie hörte, dass Künstler für das Rahmenprogramm gesucht werden, stellte sie sich bei Anne-Sophie Frank vor und zeigte ihre Ideen. Entstanden ist so eine Ausstellung von 17 Bildern mit Türmen aus der Region.

Daniela Nowitzki ist gleich mehrfach präsent

Ausstellung Im Forum in den Arkaden von 10. bis 18 Oktober zu den Öffnungszeiten des Archivs und während der „Langen Nacht der Türme“.

Kurse von Daniela Nowitzki an der Volkshochschule Crailsheim:
„Ohne Filter?“ – Fotokurs für Jugendliche ab 12 Jahren; Samstag, 13. Oktober, von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr
„Echt?“ – Fotokurs für Jugendliche ab 12 Jahren; Samstag, 9. Februar 2019, von 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr

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