Crailsheim Theater: von Bankpleiten, Hexen und Rapunzel

Auf Einladung der Theatergemeinde Crailsheim gastiert das Theater Lindenhof am Samstag, 3. November, mit dem musikalischen Stück „We shall overcome“.
Auf Einladung der Theatergemeinde Crailsheim gastiert das Theater Lindenhof am Samstag, 3. November, mit dem musikalischen Stück „We shall overcome“. © Foto: Richard Becker
Crailsheim / swp 01.08.2018
Die Theatergemeinde Crailsheim stellt das Programm der Saison 2018//2019 vor: Große Literatur und klassisches wie auch musikalisches Theater sollen das Publikum in Ingersheim begeistern.

Die Theatergemeinde Crailsheim startet in die neue Saison. Gleich zu Beginn, am Samstag 6. Oktober, präsentiert die Münchner Theaterproduktion a.gon Stefano Massinis Schauspiel „Lehmann Brothers“.

2008 meldet die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz an. Der größte Unternehmenscrash in der US-Geschichte erschüttert weltweit die Finanzmärkte. Der Name Lehman wird zum Symbol eines ungezügelten Kapitalismus. Hier wird erlebbar, wie das Gewinnstreben Einzelner den Einsatz für alle erhöht. Wie immer waghalsigere Geschäfte ein ganzes System ins Wanken bringen. Ein spannender Abend, der die subjektive Sicht der Handelnden miterlebbar macht.

Das Leben von Pete Seeger

Am Samstag, 3. November, geht es mit „We shall overcome“ vom Theater Lindenhof musikalisch weiter. Mit seinen Protestsongs hat der legendäre amerikanische Folksänger Pete Seeger (1919 bis 2014) nicht nur die Freiheits- und Friedensbewegung weltweit inspiriert, sondern auch Musikgrößen wie Bob Dylan, Joan Baez und Bruce Springsteen geprägt. Sein musikalisches Schaffen war eng verknüpft mit sozialem und politischem Engagement. Der Theaterautor Heiner Kondschak hat das Leben von Pete Seeger auf die Bühne gebracht.

Mit dem Kammermusical „Hexen“ von Peter Lund und Danny Ashkenasi geht es am Samstag, 19. Januar, weiter. Zwei Frauen stehen am Bushalt und tragen das gleiche Kleid. Skandal! Magie ist im Spiel. Sie scheinen sich zu kennen, obwohl sie einander nie begegnet sind. Anna Golde und Grete Strumpf sind Hexen. In bösen, komischen und aberwitzigen Szenen und Songs erzählen die beiden, wie es ihnen in 2000 Jahren Zivilisation ergangen ist.

Gleich darauf wird am 20. Januar die Geschichte „Die Bremer Stadtmusikanten“ von der Badischen Landesbühne Bruchsal für alle jungen Zuschauer erzählt. Der alte Esel schafft es kaum noch, die Kornsäcke zu tragen. Als der Bauer ihn schlägt, büxt er aus. Auch Hund und Katze sind alt und ihren Besitzern nur noch Last. Mit dem Hahn, der vor dem Suppentopf flieht, ist das Quartett komplett. Zusammen wollen sie nach Bremen ziehen, um dort als Band groß rauszukommen.

Gruselig geht es am Samstag, 16. Februar, mit dem Kriminalstück „Rapunzelgrab“ nach dem Roman von Judith Merchant mit dem Kleinen Theater Bad Godesberg zu. Ein Märchenmord! Am Fuße des verwunschenen Hexenturms liegt eine Frauenleiche mit langen blonden Zöpfen. Bald stellt sich heraus, dass das Opfer an einer rätselhaften Krankheit litt: dem Rapunzelsyndrom.

Am Sonntag, 10. März, gastieren die Schauspielbühnen Stuttgart mit William Shakespeares „König Richard III“. Das Schauspiel ist eines der frühen Werke Shakespeares und gilt als Meisterstück unter seinen Königsdramen. Bis heute hat die Titelfigur nichts von ihrer Verführungskraft eingebüßt: ein machtbesessenes, skrupelloses Ungeheuer, das uns dennoch gerade durch diese offen zur Schau gestellte Amoralität fasziniert. Anhand von Richards Aufstieg und Fall werden Machtstrukturen und -mechanismen aufgezeigt, die erschreckend heutig und aktuell sind.

Abschluss am 6. April

Abgeschlossen wird die Saison am Samstag, 6. April, mit dem Schauspiel „Die Glasmenagerie“ von Tennessee Williams. Amerika in der Großen Depression: Amanda Wingfield lebt mit ihren erwachsenen Kindern Laura und Tom in ärmlichen Verhältnissen in St. Louis. Tom arbeitet in einer Schuhfabrik und versucht, die Familie finanziell über Wasser zu halten. Der Vater hat sie schon vor langer Zeit verlassen. Den trostlosen Aussichten des Alltags entflieht jeder auf seine Weise. Mit der Glasmenagerie schuf Tennessee Williams (1911 bis 1983) ein „Erinnerungsspiel“ über den Wunsch jedes Menschen nach Selbstverwirklichung und persönlicher Freiheit.

Info

Die Aufführungen sind in der Festhalle Crailsheim-Ingersheim. Die Abo-Stücke beginnen um 20 Uhr. Nur das Kinderstück beginnt um 17 Uhr. Die Aufführungen „We shall overcome“ und „König Richard III“ beginnen jeweils um 19 Uhr. Kartenvorverkauf im Bürgerbüro der Stadt, Telefon 07951/4030.

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