ADAC-Luftrettung Vom Helicopter zum Multicopter

Dinkelsbühl / swp 08.12.2018
Der Einsatz von bemannten Multikoptern im Rettungsdienst wird geprüft. Die ADAC-Stiftung fördert eine Machbarkeitsstudie für Modellregionen in Dinkelsbühl und Rheinland-Pfalz.

Als weltweit erste Luftrettungsorganisation prüft die ADAC-Luftrettung den Einsatz von bemannten Multikoptern im Rettungsdienst – und zwar in Theorie und Praxis. Für das zukunftsweisende Pilotprojekt hat das Unternehmen aus München eine Machbarkeitsstudie gestartet, die von der ADAC-Stiftung gefördert wird. Dazu wurden in Deutschland zwei Modellregionen ausgewählt: der Rettungsdienst Ansbach mit Luftrettungsstandort Dinkelsbühl-Sinbronn und das Land Rheinland-Pfalz.

Für beide Regionen simuliert das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement der Ludwig-Maximilians-Universität München ab Frühjahr 2019 Luftrettungseinsätze mit Volocoptern am Computer. Volocopter der gleichnamigen Firma aus Bruchsal sind neuartige, senkrechtstartende Fluggeräte, die auf Drohnentechnologie basieren und elektrisch angetrieben werden. Im Pilotprojekt werden sie für den Rettungsdienst weiterentwickelt und als Notarztzubringer eingesetzt. Ziel: den Arzt schneller als im Notarzteinsatzfahrzeug zu Patienten bringen und so die Versorgung verbessern.

Bereits in den kommenden Monaten soll es erste Forschungsflüge geben. Ergebnisse der Studie über Einsatzpotenzial und Wirtschaftlichkeit dieser Fluggeräte im Rettungsdienst sind für Ende 2019 geplant, heißt es in einer ADAC-­Pressemitteilung.

Für Frédéric Bruder, Geschäftsführer der ADAC-Luftrettung, ist die Studie der Beginn einer neuen Zeitrechnung im Rettungsdienst aus der Luft. „Der ADAC gehörte vor 50 Jahren zu den ersten in Deutschland, die den Einsatz von Rettungshubschraubern in einem Feldversuch getestet haben. Da ist es nur folgerichtig, dass wir jetzt die Ersten sind, die die Luftrettung in Deutschland mit neuen Technologien in die Zukunft führen.“

„Der Volocopter basiert auf einer Technologieplattform, die eine vielseitige und zuverlässige Nutzung als Lufttaxi, Lastdrohne oder bei Rettungseinsätzen erlaubt“, sagt Florian Reuter, CEO von Volocopter. „Ich glaube fest an das Potenzial für den flächendeckenden Einsatz des Volocopters als Notarztzubringer und freue mich, dass wir dies nun gemeinsam mit der ADAC-Luftrettung systematisch validieren.“ Die Kosten der auf eineinhalb Jahre angelegten Machbarkeitsstudie belaufen sich auf rund 500 000 Euro. Die gemeinnützige ADAC-Stiftung fördert die Studie.

Über die ADAC-Luftrettung gGmbH

Mit mehr als 50 Rettungshubschraubern und 36 Stationen ist die gemeinnützige ADAC-­Luftrettung eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Die ADAC-Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem und werden immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert. Im Notfall sind sie für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur Stelle. „Gegen die Zeit und für das Leben“ lautet der Leitsatz der ­ADAC-Luftrettung. Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt: Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert oder vom Notarzt versorgt wird, desto besser sind die Überlebenschancen.

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