Crailsheim Vom Buchstabensalat zum Schriftzug

Aus einem Haufen an bunten Blättern wurden 19 zueinander passende Buchstaben und zwei Bindestriche für das neue Logo der Käthe-Kollwitz-Schule ausgewählt. Der etwas andere Schriftzug ziert nun jeden Briefkopf, jedes Protokoll und auch die Internetseite.
Aus einem Haufen an bunten Blättern wurden 19 zueinander passende Buchstaben und zwei Bindestriche für das neue Logo der Käthe-Kollwitz-Schule ausgewählt. Der etwas andere Schriftzug ziert nun jeden Briefkopf, jedes Protokoll und auch die Internetseite. © Foto: Johannes Ihle
Crailsheim / Johannes Ihle 06.07.2018
Die Käthe-Kollwitz-Schule hat ein neues Logo. Das Besondere: Die Schüler haben es gestaltet. Aus vielen bunten Buchstaben wurde die perfekte Mischung gefunden.

Das alte Logo der Crailsheimer Käthe-Kollwitz-Schule sei nicht mehr zeitgemäß, hieß es im Lehrerzimmer. Auf den Fluren der Schule wurde es von den älteren Schülern als zu kindlich beschrieben. „Ich war schon etwas angeknackst, als die jungen Kollegen sagten, dass das Logo altmodisch sei“, sagt die Rektorin der Schule, Sigrun Lutz-Sigg, und lacht. Schließlich hatte sie das Logo, das von vier farbigen Luftballons und dem Schriftzug „Wir sind eine bunte Truppe“ bestimmt wurde, in den 90er-Jahren entworfen.

Weitere Anlässe zur Umgestaltung waren zum einen der 150. Geburtstag der Namensgeberin der Schule, Käthe Kollwitz. Zum anderen erhielt die Schule die Bezeichnung Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum. Im Schuljahr 2016/17 wurde das Projekt umgesetzt, seit Beginn des laufenden Schuljahres wird das neue Logo verwendet.

Bei Überlegungen, wie das neue Logo aussehen könnte, war schnell klar: Zum einen soll es moderner wirken, aber das Bunte erhalten bleiben, zum anderen sollen die Schüler an der Änderung beteiligt sein. Die Idee: Jeder der rund 90 Schüler malt Buchstaben aus, die im Namen der Schule vorkommen. Einzige Vorgabe: Bunt ausmalen, bis keine weiße Stelle mehr zu sehen ist. „Ich fand es cool, dass wir unser eigenes Logo gestalten durften“, sagt Schulsprecher Robin Riedelsheimer und erhält Zustimmung aus den Reihen der Schüler. „Jeder von uns hat zwei oder drei Buchstaben ausgemalt.“

300 Buchstaben zur Wahl

Wer welchen Buchstaben ausmalt, wurde im Vorfeld nicht bestimmt. Beliebt war bei den Schülern jedoch der Anfangsbuchstabe ihres eigenen Vornamens – sofern er im Namen der Schule enthalten ist, so wie bei Kimi, die ein „K“ ausmalen wollte.

An die 300 Buchstaben standen schließlich zur Wahl – ein großer Buchstabensalat war angerichtet. Freilich war die Qualität der gemalten Bilder sehr unterschiedlich. „Am Ende schafften es aber nicht unbedingt die Schönsten in den Schriftzug, sondern die, die farblich zueinander passten und ein stimmiges Gesamtbild abgaben“, erklärt Lehrerin Mona Schleyer, die das Projekt federführend leitete.

Doch nun was tun mit dem bunten Salat? 19 Buchstaben und zwei Bindestriche mussten ausgewählt werden. Hierbei kam vor allem Mona Schleyer ins Spiel. Mit einem befreundeten Fachmann machte sie sich an die Arbeit und sortierte die Buchstaben, fotografierte sie ab und digitalisierte sie. Zahlreiche Kombinationen stellten die beiden zusammen, bis sie vier Varianten hatten, die Schleyer schließlich mit ins Lehrerkollegium brachte.

Es wurde überlegt, und einzelne Buchstaben mussten noch ausgetauscht werden, bis das endgültige Ergebnis feststand. Im Anschluss wurde der neue Schriftzug den Elternvertretern präsentiert und für sehr gut befunden.

Wer welchen Buchstaben vom Endergebnis beigesteuert hat, wissen nur noch vier Schüler. Auch die intensive Suche durch die beiden Schülersprecher Edison Mersini und Robin Riedelsheimer nach den jeweiligen Künstlern brachte keinen Erfolg.

„Den Schülern ist nur wichtig, dass sie wissen, dass sie am Projekt beteiligt waren“, sagt Lutz-Sigg. „Wer welchen Buchstaben gemalt hat, spielt keine Rolle.“ Verwendung findet das neue, doch etwas andere Design der Schüler überall dort, wo man ein Logo braucht: Im Briefkopf, auf der Internetseite oder in Protokollen.

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