Sicherheit Volksfest bedeutet für DRK, Polizei und Firma SDS Schwerstarbeit

Zwei Abende und Nächte lang wirds hier richtig voll: Die Wellenbrecher vor dem großen Engel-Zelt werden vermutlich nur heute und morgen gebraucht. Am Sonntag werden sie aller Voraussicht nach wieder abgebaut, wie Thomas Heiner (vorne rechts), der Leiter des Crailsheimer Polizeireviers, verrät. Foto: Joachim Mayershofer
Zwei Abende und Nächte lang wirds hier richtig voll: Die Wellenbrecher vor dem großen Engel-Zelt werden vermutlich nur heute und morgen gebraucht. Am Sonntag werden sie aller Voraussicht nach wieder abgebaut, wie Thomas Heiner (vorne rechts), der Leiter des Crailsheimer Polizeireviers, verrät. Foto: Joachim Mayershofer
JOACHIM MAYERSHOFER 20.09.2013
Beim diesjährigen Volksfest wird die Karlsberghalle erstmals zur Sicherheitszentrale (das HT berichtete). DRK, Polizei, Sicherheitsdienst und THW arbeiten von dort aus. Die Feuerwehr bleibt im Magazin.

Vieles ist beim Volksfest Tradition - sei es das halbe Hähnchen zur Maß Bier, der Besuch des Festumzugs mit der Familie oder eine Fahrt im Riesenrad. Neuerungen werden oft kritisch beäugt. Nicht so aber die neue Sicherheitszentrale, welche die Stadt dieses Jahr zum ersten Mal installiert hat und von den beteiligten Einsatzkräften durchweg positiv gesehen wird.

"Man hat mehr Platz, kann besser arbeiten, und auch für die Zu- und Abfahrten der Rettungsfahrzeuge ist das neue Konzept viel besser", erklärt Daniel Feuchter, Zugführer der Bereitschaft des Deutschen Roten Kreuzes in Crailsheim. Im Alarmfall könne man von der Wache aus rasch nach draußen, ein Einsatzleiter des DRK ist immer in der Zentrale vor Ort, zudem ein Disponent für die Logistik und die Koordination. Wegen Schnittverletzungen und Übelkeit nach zu viel Alkoholkonsum müssen die Helfer am häufigsten ausrücken. Pro Schicht - täglich von 9.30 bis 14 Uhr, von 14 bis 20 Uhr und von 20 Uhr bis Ende - sind zehn bis 15 Helfer im Einsatz, während des Umzugs agiert zudem die fünfköpfige Fahrradstaffel. "Das hat sich bewährt, weil man in den schmalen Gassen so flexibler ist", sagt Feuchter. Sollte ein größerer Unglücksfall eintreten, stehen unter anderem die DRK-Bereitschaften aus Dinkelsbühl, Feuchtwangen und Ellwangen als Unterstützung bereit. "Der Ablauf ist vorher durchgeplant, weil wir mit dem einheitlichen Sicherheitskonzept vorausschauend agieren können."

Es herrscht eine hohe Straftatendichte

Auch die Polizei muss für dieses Wochenende noch mehr planen, "weil wir ja nicht nur das Volksfest abzudecken haben", wie Revierleiter Thomas Heiner erklärt. 25 bis 30 Beamte, teils auch in zivil, verrichten ihren Dienst, dazu seien noch Fremdkräfte von der Bereitschaftspolizei aus Göppingen oder Bruchsal angefordert. Am neuen Sicherheitskonzept schätzt Heiner vor allem "die kurzen Wege" und dass mittels Lautsprecherdurchsagen Informationen schnell weitergegeben werden können. "Am Freitag und am Samstag haben wir immer mehr zu tun; vor allem hinten raus, wenn die Zelte leer werden und die Betrunkenen noch in die Stadt gehen." 2012 verzeichnete die Polizei während des Volksfests 29 Körperverletzungen, drei Sachbeschädigungen und zehn Diebstähle. Die Dunkelziffer könne aber eventuell höher sein, sagt der Revierleiter. "Es herrscht eine hohe Straftatendichte vor", aber umgerechnet auf 300.000 Besucher auf die Tage verteilt sei es doch nicht so viel. Die Polizei habe für dieses Jahr elf Aufenthaltsverbote zugestellt, dazu acht Gelbe Karten an Personen, die vergangenes Jahr aufgefallen waren. "Der Brennpunkt ist das Engel-Zelt", weiß Thomas Heiner. Wegen Überfüllung wurde dieses 2012 geschlossen, aber etwa 300 Besucher hätten immer weitergedrückt und versucht, trotzdem ins Zelt zu gelangen. "So etwas Verrücktes habe ich selten gesehen", so Heiner.

Wellenbrecher vor dem Engel-Zelt

Heuer gibt es deshalb einen sogenannten Wellenbrecher vor dem Eingang zum Engel-Zelt, mit dem die Warteschlange entzerrt und die Arbeit des Sicherheitsdienstes SDS erleichtert wird. Täglich sorgen 40 Sicherheitsleute im großen Engel-Zelt für Ordnung, im Papert-Zelt sind es 15, im kleinen Engel-Zelt fünf, wie Susanne Kröper-Vogt von der Stadt Crailsheim mitteilt. Dazu sind noch 20 SDS-Leute auf dem Festplatz unterwegs.

Auch das Technische Hilfswerk (THW) Crailsheim ist im Einsatz. Jeden Tag von etwa 18 Uhr bis zur Schließung der Zelte stehen vier bis sechs Mann parat, um "im Ernstfall blitzschnell eingreifen" zu können, erklärt Zugführer Alexander Pelant. Sollte es zum Beispiel zu einem Stromausfall und deshalb zu Panik in den Zelten kommen, leuchtet das THW die Fluchtwege aus und unterstützt damit den Sicherheitsdienst. "Über das Fest verteilt sind wir insgesamt mit 15 bis 20 Mann im Einsatz. Wir freuen uns sehr, dass die Stadt uns ins Boot geholt hat."

Die Crailsheimer Feuerwehr ist die einzige Organisation, die während des Fests an ihrem angestammten Platz bleibt. Man sei so nah am Volksfestplatz, dass man nicht auch noch in die Zentrale müsse, erklärt Kommandant Werner Groß. Seit 2012 ist das Magazin immer mit neun Mann pro Schicht besetzt. Sollten diese ausrücken müssen, rücken neun weitere nach. Von 19 bis 7 Uhr, von 7 bis 13 Uhr und von 13 bis 19 Uhr - bis Montagmorgen - stehen insgesamt 70 Feuerwehrleute zur Verfügung. Die Abteilung Goldbach übernimmt mit zwei je vier bis sechs Mann starken Gruppen - eine am Reitstall, eine am Schönebürgstadion - die Überwachung des Feuerwerks. Die Kontrollgänge durchs Zelt fallen dieses Jahr weg. Heute Morgen steht noch die Abnahme des Festgeländes aus brandschutzrechtlicher Sicht an, wie die Feuerwehr erklärt.

Wichtige Telefonnummern im Notfall