Windpark Vier Rotoren für die Bürger - Investition von 20 Millionen Euro geplant

Die Karte zeigt die Verteilung der vier Windräder des Bürgerwindparks Virngrund (rot) und die zwei Anlagen des Windparks Brandberg (blau) bei Leinenfirst, die die Firma "Wind" betreibt. Grafik: SP
Die Karte zeigt die Verteilung der vier Windräder des Bürgerwindparks Virngrund (rot) und die zwei Anlagen des Windparks Brandberg (blau) bei Leinenfirst, die die Firma "Wind" betreibt. Grafik: SP
GERHARD KÖNIGER 02.07.2014
Der "Bürgerwindpark Virngrund" nimmt Gestalt an: Die Stadtwerke Ellwangen haben die Unterlagen für vier Windräder zwischen Hinterlengenberg und Hinterbrand beim Landratsamt eingereicht.

Anders als im benachbarten Leinenfirst wurden im Vorfeld keine Bedenken von Anliegern bekannt. Im Ausschuss für Bau-, Umwelt- und Verkehrsangelegenheiten teilte Bürgermeister Volker Grab mit, dass in Hinterlengenberg eine Informationsveranstaltung stattgefunden habe.

Die ersten Häuser dort sind ungefähr 850 Meter von einem der geplanten Windräder mit gut 200 Metern Höhe entfernt. Die Versammlung sei überaus sachlich verlaufen, die Bürger hätten keine Einwände gegen die Anlagen vorgebracht.

Wichtiger Aspekt sei für viele die Gestaltung als Bürgerwindpark, an dem sich jeder finanziell beteiligen könne. Ein wichtiges Argument, das es dem Landkreis auch leichter machte, die Flächen der Hospitalstiftung für drei der Windräder zu verpachten.

Die Finanzierung des Windparks war weder im Ortschaftsrat Schrezheim noch im Bauausschuss Thema. Es wurde lediglich mitgeteilt, dass sich die Energiegenossenschaft Virngrund am Windpark beteiligen will. Über die Energiegenossenschaft können auch Kleininvestoren an Gewinnen des Windparks teilhaben. Ein Mitglied kann sich derzeit mit bis zu 20.000 Euro beteiligen. Möglicherweise wird die Obergrenze in nächster Zeit aber noch angehoben.

Klar ist indes, dass die Energiegenossenschaft und die Stadtwerke nicht genügend Kapital haben, um alle vier Windräder selbst zu finanzieren. Die Ellwanger Stadtwerke werden das Geschäft mit der Windenergie in eine Tochtergesellschaft ausgliedern, an der sie 50,1 Prozent halten wollen, teilte Geschäftsführer Willi Gresser mit.

Bei geschätzten Kosten von 20 Millionen Euro für vier Windräder und einer erforderlichen Eigenkapitalquote von 30 Prozent müsste die Betreibergesellschaft sechs Millionen Euro aufbringen. Drei Millionen Euro wären also der 50-Prozent-Anteil der Stadtwerke. Weitere Investoren wären dann die Energiegenossenschaft oder auch Privatpersonen, die mit einer größeren Summe direkt einsteigen wollen. Auch eine Beteiligung der ODR, die bereits eine Sperrminorität an den Stadtwerken Ellwangen besitzt, ist vorstellbar.

Eine Beteiligung der Banken über spezielle Wind-Fonds, die Virngrundgemeinden als Gesellschafter, etwa Rosenberg, auf deren Markung eines der vier Windräder gebaut werden soll, vieles ist denkbar und vielleicht kommen ja noch ganz andere Ideen, wie man die Bürger an der Windkrafterzeugung beteiligen kann.

Falls die Millionen nicht so schnell zusammenkommen, könne man auch erst einmal mit einem oder zwei Windrädern beginnen, meint Gresser. Vieles hängt zunächst von den Entscheidungen in Berlin und Brüssel ab. Denn eines ist klar: Nur wenn nach der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Windenergieerzeugung profitabel bleibt, wird überhaupt gebaut.