Benefizkonzert Vier gewinnt

Nesthäkchen Sofia Kusanowa bezauberte im Duett mit Ruihang Sun das Publikum.
Nesthäkchen Sofia Kusanowa bezauberte im Duett mit Ruihang Sun das Publikum. © Foto: Julia Vogelmann
Crailsheim / Julia Vogelmann 17.04.2018

„Unser Konzert kann mittlerweile als Tradition bezeichnet werden“, betonte Kiwanis-Präsident Jörg Wirsching in seiner Begrüßung. Traditionell ist auch das Konzept: Junge Musikstudenten der Hochschulen in Nürnberg, Würzburg und Frankfurt wechseln sich jährlich ab bei der Gestaltung des hochkarätigen Programms.

„Mit unserem Benefizkonzert bieten wir jungen Künstlern die Möglichkeit, ihr Talent vor Publikum zu präsentieren“, erklärte Wirsching, wie die Auswahl der Künstler zum Motto der Kiwanis – „Serving the children of the world“ – passt. Entsprechend geht auch das eingenommene Geld direkt an die Förderprojekte der Kiwanis.

Angekündigt waren die Gesangsstudenten von Professor Susanne Kelling von der Hochschule in Nürnberg mit sechs Sängern, die Stücke aus Opern und Operetten präsentieren sollten. Doch es war Freitag, der 13., da rechnet man schon damit, dass Dinge nicht immer klappen wie geplant, weshalb sich die Professorin selbst und zwei Sängerinnen krankheitshalber entschuldigen mussten. Dem Niveau tat dies jedoch keinerlei Abbruch. Pianistin Susanna Klovsky, ebenfalls Lehrbeauftragte an der Hochschule, übernahm mit Charme, Witz und flinken Fingern nicht nur die Begleitung der vier jungen Sänger, sondern auch deren Betreuung bis hin zum stolzen Lächeln bei gelungener Leistung.

Dieses Lächeln sah man oft, etwa bei „Dann werden die Gerechten leuchten“ aus „Elias“, mit dem Tenor Chun Ding das Konzert eröffnete. Ebenso bei Sofia Kusanowa, dem Nesthäkchen, die mit einer großen Sopranstimme aufwartete, die keiner hinter ihrem zarten Körper vermutet hätte. Auch Ruihang Sun, ebenfalls Tenor, entlockte der Frau am Klavier ein zustimmendes Nicken, als er mit einer Arie aus „Così fan tutte“ aufwartete. Mit seiner Arie aus der „Zauberflöte“ hatte der Chinese die Zuhörer endgültig in seinen Bann gezogen.

Spontan Bernstein gesungen

Dies gelang auch Mara Möritz, die ihren Sopran mit zwei Arien von Händel und aus dem Falstaff aufwärmte, bevor sie für das Highlight des Abends Luft holte. Wegen der Krankheitsausfälle hatte sich die Sängerin spontan bereit erklärt, mit „Glitter and Be Gay“ von Leonhard Bernstein ein ungeplantes Stück vorzutragen.

Das tat sie mit so viel Humor, Theatralik und Dramatik, dass die Zuhörer genauso viel Spaß hatten wie die junge Dame auf der Bühne. Das entlockte sogar der Pianistin mehr als ein Lächeln und war der perfekte Abschluss eines beeindruckenden Konzerts, das die seltene Gelegenheit bot, professionelle Sänger einmal unmittelbar, ohne Orchestergraben, Bühnenrand und ablenkende Kulisse zu sehen. Ein elftes Konzert ist hoffentlich schon in der Planung.