Jules Maaten war aktiver Politiker und Mitglied des Europäischen Parlaments, bevor er der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit beitrat. Nach sechs Jahren auf den Philippinen übernahm er die Leitung in Johannesburg. „Der Großteil meiner Arbeit besteht darin, die Aktivitäten unserer deutschen Vertreter und Mitarbeiter vor Ort in den verschiedenen afrikanischen Ländern, in denen wir Niederlassungen haben, zu koordinieren”, erklärt Maaten seine Arbeit, die dem globalen Ansatz der Stiftung untergeordnet ist. Deren Kernthemen sind Freiheit und Digitalisierung, soziale Marktwirtschaft, Menschenrechte, verantwortungsvolle Regierungsführung und Innovation.

Kleine Schritte nach vorn

Mit beiden Beinen auf dem Boden stehen, nach konkreten Verbesserungen suchen für die Menschen, darin liegt das Ziel, das meist mit kleinen Schritten nach vorn erreicht wird, auch indem mit lokalen Partnern zusammengearbeitet wird. Er sagt: „Die Art unserer Arbeit ist von Land zu Land unterschiedlich. In einem autokratisch regierten Land unterscheidet sie sich offensichtlich von der Arbeit in einem demokratisch regierten Land. Aber es ist gut, echte Ergebnisse zu sehen.“ Effektivität und verantwortungsbewusster Umgang mit deutschen Steuergeldern steht dabei im Vordergrund, und Maaten betont: „Es ist ermutigend zu sehen, wie viel auch mit relativ wenig Geld getan werden kann.“

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Crailsheim

Afrika bewertet er als Kontinent mit vielfältigen Problemen, aber vor allem als Kontinent, der einen Generationenkonflikt in sich trägt. „Ich sehe eine junge Generation, die ehrgeizig ist, die etwas aus ihrem Leben machen will, deren Ambitionen jedoch von Bürokratie und korrupten Praktiken überschwemmt werden. Wenn Afrika sein unangezweifeltes Potenzial ausschöpfen will, wenn der Kontinent wirklich vorankommen will, muss er den bürokratischen Aufwand drastisch reduzieren. Die Art und Weise, wie es regiert wird, muss viel partizipativer und transparenter werden“, erklärt der Afrika-Experte und verweist auf einige afrikanische Länder, die dies bereits tun.

Dennoch ist Afrika in den letzten Jahren zunehmend autoritären Regimes ausgesetzt, deren Zahl steigt, was in vielen Ländern zu Menschenrechtsverletzungen führt, besonders gegen die freie Meinungsäußerung, politische Rechte und die Lage von Frauen und Minderheitsgruppen.

Ein friedliches und freies Afrika ist in Europas bestem Interesse

„Die Menschenrechte in Afrika sind ein wichtiges Thema an sich, und ich freue mich, dass in Deutschland so viel Interesse an diesem Thema besteht. Es ist aber auch ein wichtiges Thema, da der Schutz der Menschenrechte ein Signal dafür gibt, wie ein Land auch zu anderen Themen steht, so wie offene Regierung, unabhängige Justiz, Eigentumsrechte, wirtschaftliche Möglichkeiten, die alle für die Beziehung Afrikas zu uns von Bedeutung sind“, fasst er zusammen. In seinem Vortrag will er deshalb über die Menschenrechtssituation in Afrika informieren, will zeigen, wie die Realität aussieht, aber auch, wo es Gründe für Optimismus gibt.

Er zeigt auch auf, weshalb die Ansichten Deutschlands für Afrika von so großer Wichtigkeit sind und warum es im langfristigen strategischen Interesse Europas liegen sollte, dafür zu sorgen, dass es dem Nachbarkontinent gut geht. Dass es noch eine Menge zu tun gibt in Afrika, darüber ist sich Maaten bewusst. Doch er will seinen Zuhörern im Vortrag einen positiven Ausblick vermitteln, ohne den seine Arbeit nicht möglich wäre. Er betont: „Für mich ist das Glas halb voll, nicht halb leer – und ich hoffe, dass wir am Ende des Abends alle optimistisch nach Hause gehen.”

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Der Vortrag „Folter, Vergewaltigung und Mundtotmachung. Wie verbessern wir Menschenrechte in Afrika?” beginnt heute um 19 Uhr im VHS-Konvent. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten unter Telefon 0 79 51 / 4 03 38 00 oder unter vhs@crailsheim.de.