Jetzt steht fest, wie die Spitalstraße aussehen wird: Der Gemeinderat hat die Planung der Stadt noch einmal verändert und dann beschlossen. Bei zwei Punkten erinnerte Baubürgermeister Herbert Holl an eindeutige Meinungsbilder aus der Bürgerversammlung vor einem Jahr: Die Parkplätze und die zwei Kastanien sollten erhalten werden. Tatsächlich werden nun statt der entfallenden sieben Senkrechtstellplätze sechs Längsparkplätze entstehen. Charlotte Rehbach (Grüne) und Brigitte König (CDU) wollten die Parkplätze mit Blick auf die nahen Parkhäuser wegfallen lassen, der entsprechende Antrag aber wurde mit 13 zu 19 Stimmen abgelehnt.

Die beiden Kastanienbäume an der Spitalkapelle werden gefällt. Uwe Berger (CDU) freute sich zunächst über die Experteneinschätzung, dass die Bäume erhalten werden könnten; aus gestalterischer Sicht seien sie so viel besser, als den Straßenraum an die Kirche heranzuführen. Er setzte sich nicht durch. Norbert Berg (AWV) meinte mit Blick auf die Eiche am Volksfestplatz, er wisse, das sei „ein heißes Eisen“: „Aber die eine Kastanie in der Spitalstraße hängt über die Straße, die andere beschädigt das Gebäude.“ Es sei nicht einzusehen, dass für Bäume, die ohnehin gefällt werden müssten, anders geplant werde. Peter Gansky (BLC) fand das ebenfalls, und insgesamt 18 Stadträtinnen und Stadträte stimmten bei 14 Gegenstimmen dafür, die beiden Bäume zu entfernen. Baubürgermeister Herbert Holl, der den Kastanien zuvor bescheinigt hatte, „vital“ zu sein und noch lange leben zu können („und wenn nicht, kann mit relativ kleinem Aufwand doch noch ein Gehweg gebaut werden“), meinte, er müsse das hinnehmen. Wie er bereits hingenommen habe, dass aus der Haller Straße eine „Startbahn West“, sprich eine unattraktive Asphaltpiste geworden sei.

Einige Einschränkungen

Generell wurde der Entwurfsvorschlag nur mit Einschränkungen beschlossen. Bei den Alternativen für die Haltestelle bei der Polizei – Buskap (Halten auf der Straße) und Busbucht – schlug die Verwaltung vor, auf die teurere Bucht zu verzichten; dies sei auch in Absprache mit den Busunternehmen möglich. Thomas Leiberich (CDU) meinte aber aus Sicht eines Feuerwehrmanns und mit Blick auf die Einsatzfahrzeuge, die Bucht sei zu wählen. 19 Stadträte waren seiner Meinung, nur 14 stimmten fürs Buskap.

Gehweg und Mauer

Auch der Vorschlag, den nördlich verlaufenden Gehweg „mit dem Krankenhausvorbereich korrespondieren“ zu lassen und mit Sichtbeton zu gestalten, fand nur vier Befürworter. Die große Mehrheit stimmte für Muschelkalk. Die Mauer am Park, die um 2,50 Meter nach Süden versetzt werden soll, muss  in jedem Fall  saniert werden; sie wird nun ganz neu aufgebaut.

Günther Herz (SPD) und Michael Klunker (AWV) sprachen sich für eine sinnvolle Verkehrsregelung und Fußgängerführung zur Innenstadt beziehungsweise für einen Überweg am Stadtmuseum aus; auch die Radfahrer waren Thema. Dies soll im Einzelnen nach Fertigstellung der Baumaßnahme erarbeitet werden.  Charlotte Rehbachs Vorschlag, auf dem neuen Pavillon eine Solaranlage zu installieren, wurde als nicht lukrativ zurückgewiesen. Gansky stellte die gesamte 1,3 Millionen Euro-Planung infrage: „Wo ist der Mehrwert?“ Der Mehrwert, so Oberbürgermeister Rudolf Michl, sei eine neue Spitalstraße, deren jetziger Zustand nicht haltbar sei, und Holl erinnerte daran, dass Schwerstkranke über diese „Buckelpiste“ transportiert würden. Uwe Berger prophezeite dann Proteste wegen der Bäume.