Bad Mergentheim Vertrauen versus Kontrolle

Im Anschluss an den Vortrag "Personalarbeit im Wandel: Der Mitarbeiter als Erfolgsfaktor" konnten die Teilnehmer sich bei der "Bienenkorb-Aktion" in kleinen Runden über ihre Erfahrungen mit dem Thema austauschen.
Im Anschluss an den Vortrag "Personalarbeit im Wandel: Der Mitarbeiter als Erfolgsfaktor" konnten die Teilnehmer sich bei der "Bienenkorb-Aktion" in kleinen Runden über ihre Erfahrungen mit dem Thema austauschen. © Foto: Corinna Scharnagl
Bad Mergentheim / CORINNA SCHARNAGL 21.11.2014
Angeregte Diskussionen, ausgelöst durch einen Impulsvortrag von Personalarbeitsexperte Simon Läpple, viele Fragen - aber auch genauso viele Antworten bekamen die Besucher im Reinhold-Würth-Haus geboten.

"Nach dem Krieg fehlten die Güter für die Produktion - heute ist der Engpass, der eine Produktion lahmlegen kann der Mitarbeiter", erklärt Diplom-Ökonom Simon Läpple. Daher warnt der er: "Personalarbeit wird oft unterschätzt - dabei ist ein gutes Human-Resource-Management der Schlüssel zum Erfolg."

Doch was ist gute Personalarbeit? Diese beginnt schon vor der Einstellung des Mitarbeiters beziehungsweise vor der Stellenausschreibung. "Die Definition der Stelle, die Erwartungen, die man an den Bewerber hat, müssen klar herausgearbeitet werden. Und zwar nicht nur vom Geschäftsführer", sagt Läpple. In diesen Prozess sollten alle Personen miteinbezogen werden, die mit diesem Posten in irgendeiner Weise zusammenhängen. "Was hier zählt, ist eine realistische Erwartungshaltung, die gemeinsam definiert werden muss. Denn oft sind es zu hohe Ansprüche und die 100-Prozent-Anforderung des Arbeitgebers, die dann letztendlich ein scheitern des Mitarbeiters herbeiführen", erklärt der Experte.

Passen Mitarbeiter und Stelle nicht zusammen, führt das laut Läpple unweigerlich zu einer Unzufriedenheit, sowohl auf Arbeitgeber- als auch auf Arbeitnehmerseite. Und selbst wenn beides zusammenpasst, gibt es allerlei Stolperfallen, die ein gelungenes Miteinander stören und so die Arbeitsprozesse behindern können.

Einer der wichtigsten Begriffe an diesem BusinessForum-Abend war das Wort "Wertschätzung". Mit dem hierzulande gern zitierten Spruch "Nicht gemeckert, ist Lob genug" kommt man nicht mehr weit als Unternehmer. Mitarbeitermotivation ist das Stichwort. "Nur ein zufriedener Mitarbeiter ist auch ein motivierter Mitarbeiter", ist Läpple überzeugt. "Und Wertschätzung hat vielerlei Formen. Nicht nur durch das eine oder andere ehrlich gemeinte Lob zeigt man seinen Mitarbeitern Anerkennung", stellt er klar.

Aber was macht Wertschätzung darüber hinaus noch aus? "Eine Notwendigkeit ist es, auch in seine Mitarbeiter zu investieren", antwortet Läpple. Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen zeigen dem Arbeitnehmer, dass sie dem Unternehmen etwas wert sind. Dass sie es wert sind, gefördert zu werden und dass ihr beruflicher Fortschritt der Firma nicht egal ist.

Vertrauen ist laut dem Experten ein weiterer wichtiger Teil der Wertschätzung. "Geben Sie als Vorgesetzter ruhig auch mal wichtige Aufgaben an einen Mitarbeiter ihres Vertrauens ab", rief er die Anwesenden auf. "Kontrolle abgeben fällt vielen schwer, kann die Mitarbeiter aber enorm motivieren."

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