Referent ist Professor Alexander Bauer, Chefarzt der kardiologischen Abteilung am Diak in Hall und Chefarzt der Inneren Abteilung am Klinikum Crailsheim. Er ist ausgewiesener Experte in Sachen Herz und konzentriert sich beim Klinikgespräch auf "diagnostische und therapeutische Möglichkeiten bei koronarer Herzerkrankung".

Die koronare Herzkrankheit wird durch Engstellen oder Verschlüsse in den Herzkranzgefäßen (Koronararterien) verursacht. Die Herzkranzgefäße sind die Blutgefäße, die das Herz mit sauerstoffreichem Blut und Energie liefernden Nährstoffen versorgen. Die Krankheit kann sich unterschiedlich bemerkbar machen: Die Bandbreite reicht vom vorübergehenden Angina-Pectoris-Anfall bis hin zum Herzinfarkt. Auch Herzrhythmusstörungen, Kurzatmigkeit und Herzschwäche können Hinweise sein.

Den verschiedenen Erscheinungsformen können unterschiedliche Mechanismen zugrunde liegen: Ein oder mehrere Herzkranzgefäße können durch Ablagerungen verengt oder verschlossen sein. Eine Durchblutungsstörung kann auch durch einen Gefäßkrampf oder durch eine krankhafte Funktionsstörung der kleinen Blutgefäße bedingt sein. Immer löst ein Ungleichgewicht zwischen dem Sauerstoffbedarf des Herzmuskels und dem Sauerstoffangebot durch die Koronargefäße die Beschwerden aus.

Je höher das sogenannte Risikoprofil für Herz- und Kreislauferkrankungen ist, umso größer ist auch die Wahrscheinlichkeit für eine koronare Herzerkrankung. Das Risiko wird vor allem bestimmt durch die Höhe der Blutfette, durch Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und häufig auch durch erbliche Faktoren.

Um einer koronaren Herzkrankheit vorzubeugen, sollte man sich auch ohne Beschwerden regelmäßig durchchecken lassen. Professor Bauer stellt in seinem Vortrag die breite Palette der Untersuchungsmöglichkeiten vor. Sie reicht von der körperlichen und labortechnischen Untersuchung über Ruhe- und Belastungs-EKG bis hin zur Ultraschall- und Herzkatheruntersuchung.

Die wesentlichen Ziele in der Therapie sind, die Beschwerden zu lindern und den Verlauf der Krankheit positiv zu beeinflussen. Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen unter anderem eine Änderung des Lebensstils, die Kontrolle von Risikofaktoren, die Einnahme von Medikamenten sowie Maßnahmen, um den Blutfluss in den Herzkranzgefäßen wieder zu verbessern.

Und wenn die medikamentöse Behandlung allein zu keiner Verbesserung führt? Dann sind Stentimplantation und Bypass-Operation angesagt. Wie diese Eingriffe vorgenommen werden und welche Neuerungen es auf diesem Gebiet gibt ("Die Herzmedizin erfindet sich neu" titelte unlängst ein Nachrichtenmagazin) erläutert Bauer zum Abschluss seines Vortrags. Info Das Klinikgespräch findet morgen in der Cafeteria des Klinikums Crailsheim, am 16. Juni im Spektrum Blaufelden, und am 24. Juni im Centrum Mensch in Gaildorf statt. Beginn ist jeweils um 18.30 Uhr.