Da muss auch Rose-Marie Nauber mit den Achseln zucken. Sie hat viel Erfahrung, war 30 Jahre lang Ortsvorsteherin von Bartenstein, bevor sie in diesem Jahr dieses Amt an einen jüngeren Nachfolger abgegeben hat. „Ich habe auch das Brunnen- und Straßenfest mit verbrochen“, sagt sie und grinst.

Aber warum die Zahl der Anbieter beim Floh- und Trödelmarkt am Sonntag bei der 29. Ausgabe der Traditionsveranstaltung um rund ein Drittel gegenüber dem Vorjahr gesunken ist, das weiß auch sie nicht wirklich. „Vielleicht machen gerade mehr Leute Urlaub“, wagt sie einen Erklärungsversuch.

Sieben Vereine beteiligt

Während sie gegen 10.30 Uhr im Rathaus nach diesem und jenem gefragt wird und die Standbetreiber ihre ersten Schätze an die Frau oder den Mann bringen, zeigen die Mitglieder der sieben örtlichen Vereine Einsatz. Sie schuften, damit beim Fest niemand Hunger oder Durst erleiden muss. Denn der Gottesdienst in der katholischen Kirche läuft – wenn er vorbei ist, kommen viele zum Schlemmen. „Daheim wird heute nicht gekocht“, weiß Roland Hachtel vom Kleintierzuchtverein.

Auch der Angelverein, der Albverein, der Turn- und Sportverein, der Gesangverein und die Ortsgemeinschaft beteiligen sich am alljährlichen Spektakel und zeigen auch bei der 29. Auflage keine Müdigkeit.

Markt in Schrozberg Bartensteiner Brunnen- und Straßenfest

Das ist auch bei Rose-Marie Nauber so. Und das Brunnen- und Straßenfestfieber hat sie längst mit ihren Genen weitergegeben. „Meine ganze Familie hilft mit“, verrät sie. Und niemand ist sehr enttäuscht, dass weniger Händler zum Markt gekommen sind. „Natürlich ist an Ostern viel mehr los. So ist das immer“, beruhigt sie.

Rüdiger Behrendt hat allerdings einen Nachteil bemerkt. Die Auswahl sei kleiner. „Ich denke, die Anbieter wissen das und verlangen deshalb mehr“, lautet die Theorie des erfahrenen Trödelmarkt-Gängers. Mindestens sechs Mal im Jahr besuche er solche Veranstaltungen. „Und meine Frau ist jedes Mal froh, wenn mir die Preise zu hoch waren und ich deshalb nichts nach Hause bringe“, verrät er und lacht.

Rechberghausen

Auch das Wetter habe große Auswirkungen auf die Preisgestaltung bei den gebrauchten Waren. „Wenn die Sonne scheint, kommen mehr Leute. Mit der steigenden Nachfrage steigen auch die Preisvorstellungen“, so Behrendts Erfahrungen, die fast wie ein Börsenbarometer klingen.

Und dann spiele da auch noch die Uhrzeit eine Rolle: „Zu Beginn wissen viele Anbieter noch nicht, wie viele Besucher kommen und sind verunsichert. Am Ende wollen etliche nicht ihren Krams wieder mit nach Hause nehmen und geben ihn billiger ab“, weiß er.

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