Ellwangen Varta AG investiert 10 Millionen Euro

Jetzt wird in die Hände gespuckt: Spatenstich vor einem Plakat mit der neuen Varta-Halle.
Jetzt wird in die Hände gespuckt: Spatenstich vor einem Plakat mit der neuen Varta-Halle. © Foto: Gerhard Königer
Ellwangen / Gerhard Königer 19.06.2018
Spatenstich fürs neue Hochregallager, das Platz schafft für Produktion von Lithium-Ionen-Batterien.

Oberbürgermeister Karl Hilsenbek zieht den Vergleich zur Fußball-WM: Die Varta AG habe sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert und spiele mit Herbert Schein als Libero ganz vorne mit. Immerhin: Die Stadt stelle das Spielfeld für dieses Heimspiel, gemeint ist damit die Baugenehmigung.

Der Varta-CEO selbst gibt sich dagegen eher bescheiden: „Das Wichtigste sind die Mitarbeiter“, sagt Herbert Schein vor der versammelten Belegschaft mit Familien. Spät- und Nachtschicht sind ausgefallen, das Varta-Sommerfest wird gefeiert. Ohne die Mitarbeiter wäre alles gar nicht möglich gewesen, sagt Schein mit Blick auf die rasante Entwicklung des Batterieherstellers, der 2017 mit dem Börsengang 150 Millionen Euro eingenommen hat. Dass dieses Geld auch investiert wird, ist ein Zeichen an die Aktionäre, die zur Hauptversammlung in die Stadthalle kommen. Und das Hochregallager, das zehn Millionen Euro kostet, ist nur ein Anfang. Die Halle soll mehr Effizienz bringen und Platz schaffen für den Produktionsausbau der Lithium-Ionen-Batterien. „Diese Batterien sind die Zukunft“, erklärt Schein und verweist auf die Entwicklung von kleinen, mobilen Geräten, die vom Smartphone gesteuert werden. Die nötigen Batterien fertigt Varta. Mit dem neuen Gebäude, 30 Meter hoch, 33 Meter breit und 67 Meter lang, werde eine Entwicklung weithin sichtbar, die schon seit Jahren anhält: Bei Varta wurde massiv in Maschinen investiert, die mehr und bessere Produkte herstellen.

Landtagsabgeordneter Winfried Mack lobt das Unternehmen für die Fortentwicklung der Produktionstechnik bei Hörgeräte- und Lithium-Ionen-Batterien. Als andere Hersteller noch Produktion auslagerten, holte Varta die Fertigung an den Stammsitz zurück. Heute könne man dafür dankbar sein, weil man erkannt habe, dass nur eine eigene Batterieproduktion dafür sorge, dass auch die damit betriebenen Geräte in Deutschland und Europa produziert werden. Land und Bund unterstützten die Forschung in der Batterietechnik mit einer zweistelligen Millionensumme.

Von 500 auf 850 Mitarbeiter

Herbert Schein nennt eindrucksvolle Zahlen: Nachdem man zuletzt die Produktion von Zink-Luft-Batterien für Hörgeräte um 25 Prozent gesteigert hatte, wurde seit Anfang 2018 die Produktion von Lithium-Ionen-Zellen verdreifacht. Die Zahl der Mitarbeiter stieg in zehn Jahren von unter 500 auf derzeit 850 Personen, Tendenz weiter steigend. Das Umsatzwachstum erreichte in den letzten Jahren zweistellige Werte. In diese Richtung soll es bei der Varta AG weitergehen und dafür steht auch der Neubau des Hochregallagers auf dem derzeitigen Parkplatz, das Mitte 2019 fertig werden soll.

Das bisherige Lager in der älteren Rundbogenhalle wird dann aufgelöst. Dort wird die erweiterte Lithium-Ionen-Fertigung eingerichtet. Und danach soll weiter investiert werden. In der Forschung hat Varta Kooperationen mit dem Fraunhofer-Institut, mit ZSW (Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung) und anderen Partnern. Dabei geht es gar nicht nur um die Batterien für Kleingeräte, auf die man sich bisher konzentriert hat, sondern auch um größere Energiespeicher. Der Handelskrieg, den der amerikanische Präsident vom Zaun bricht, wirke sich momentan nicht auf die Varta AG aus, sagt Herbert Schein. „Aber unser Geschäft ist von den angedrohten Zöllen nicht betroffen.“

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