Region Unzählige Möglichkeiten, Karriere zu machen

Bei den Bäckern und Fleischern sind über 100 Lehrstellen unbesetzt. Archivfoto
Bei den Bäckern und Fleischern sind über 100 Lehrstellen unbesetzt. Archivfoto © Foto: Archivfoto
Region / ADINA MÖLLER 17.09.2016
Der Tag des Handwerks findet heute zum sechsten Mal statt. Unter dem Motto “Die Zukunft ist unsere Baustelle“ zeigt sich eine große Vielfalt.

Betriebe und Handwerksorganisationen veranstalten jedes Jahr am Tag des Handwerks bundesweit zahlreiche Aktionen, um auf die “Wirtschaftsmacht von nebenan“ aufmerksam zu machen. Auch in Heilbronn-Franken zeigt das Handwerk heute Flagge. Die Kreishandwerkerschaft Heilbronn-Öhringen feiert den Tag des Handwerks zum Beispiel auf dem Gelände der Landesgartenschau in Öhringen. Unter dem Motto “Die Zukunft ist unsere Baustelle“ präsentieren dort acht Innungen die Vielfalt des regionalen Handwerks. Und die Kreishandwerkerschaft Tauberbischofsheim feiert mit der Gesellenfreisprechung heute ihren Nachwuchs.

Doch warum ist den Handwerkern der Tag so wichtig? “Weil man der Öffentlichkeit damit zeigen kann, wie vielschichtig und allgegenwärtig das Handwerk auch heute noch ist. Man geht morgens zum Bäcker, nachmittags zum Friseur. Zwischendurch kommt der Elektriker oder man muss zum Orthopädieschuhmacher – das alles ist Handwerk. Deshalb gibt es auch über 130 Ausbildungsberufe. Diese riesige Vielfalt nach außen darzustellen, ist ein Anliegen des Tages“, betont Ralf Schnörr, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Heilbronn-Franken.

Und er gibt noch eine weitere Motivation an: “Wir wollen natürlich jungen Menschen Appetit machen, im Handwerk Fuß zu fassen. Denn dort finden sie unzählige Möglichkeiten, ihre berufliche Karriere zu gestalten.“

Aktuell sieht es im heimischen Handwerk gut aus. “Die Auftragsbücher sind voll. Viele Handwerker wissen gar nicht, wo sie zuerst anfangen sollen“, weiß Ralf Schnörr. Diese gute Auftragslage ist quer in allen Gewerken zu finden, besonders rund  läuft es im Ausbauhandwerk und in der Dienstleistungsbranche.

Etwas schwerer hat es das Nahrungsmittelhandwerk – auch bei der Nachwuchssuche. “Wir haben im Moment über 700 Ausbildungsstellen, die unbesetzt sind. Rund 100 davon sind bei Bäckern oder Fleischern offen. Die meisten Handwerker würden  sehr gerne mehr ausbilden, aber es fehlt an geeigneten Bewerbern“, erklärt Schnörr.

Neben dem Handwerkermangel und Nachwuchssorgen sieht der Hauptgeschäftsführer noch ein weiteres Problem: Seit 2003 dürfen Handwerker in einigen Berufen  auch ohne Meisterbrief selbstständig tätig sein. “Wir haben festgestellt, dass darunter die Qualität sehr gelitten hat. Unsere Sachverständigen hatten viel zu tun, weil die abgelieferte Arbeit nicht der Meisterqualität entsprach“, gibt Schnörr an. Und er betont: “Die Bestrebungen der Europäischen Kommission, die beruflichen Reglementierungen in den Mitgliedstaaten auf den Prüfstand zu stellen, sehen wir deshalb mit Sorge.“

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