Crailsheim Ungewöhnliche Frauen

"Weg durch ein Getreidefeld" (Ausschnitt) stammt von der Malerin Sophie Schneider (1866-1942) aus Brüchlingen. Privatfoto
"Weg durch ein Getreidefeld" (Ausschnitt) stammt von der Malerin Sophie Schneider (1866-1942) aus Brüchlingen. Privatfoto
Crailsheim / PM 28.05.2014
Die Ausstellung "Sophie und Betty Schneider - Malerinnen aus Hohenlohe" wird am Freitag, 30. Mai, um 19.30 Uhr im Stadtmuseum im Spital eröffnet. Zu sehen sind Bilder der Frauen aus Brüchlingen.

Sie waren nahezu vergessen, die Malerinnen Sophie (1866-1942) und Betty (1875-1928) Schneider aus dem Weiler Brüchlingen (Gemeinde Blaufelden). Ab Freitag zeigt das Stadtmuseum im Spital in Crailsheim einen Überblick über das künstlerische Schaffen der beiden Schwestern.

Sophie Schneider entschloss sich um 1890 Malerin zu werden. Betty, ihre neun Jahre jüngere Schwester, folgte ihrem Beispiel. Zur damaligen Zeit war dies ein ungewöhnlicher Schritt für Frauen aus einer Bauernfamilie und somit heute auch ein Grund, Werk und Leben der beiden Frauen wieder ins Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit zu rücken.

Die Gemälde und Zeichnungen dokumentieren die Sicht auf die Landschaft und den ländlichen Alltag zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Ihre Motive fanden die Künstlerinnen in erster Line in Hohenlohe: Flur, Orte und Menschen aus ihrem Umfeld. Bei ihren Stadtansichten handelt es sich meist um Bilder von Rothenburg ob der Tauber, wobei die Aufmerksamkeit der beiden Malerinnen den wenig beachteten, abgelegenen Gassen und Winkeln galt.

Das Leben von Sophie und Betty Schneider, das sie unter anderem in die Schweiz, Irland, Italien, Berlin und wieder zurück nach Brüchlingen führte, ist nur fragmentarisch zu fassen. Außer den Bildern der Malerinnen liegen kaum Selbstzeugnisse vor. Die Künstlerlaufbahn einzuschlagen, bedeutete für Frauen damals ein großes Wagnis. Die deutschen Kunstakademien verweigerten ihnen bis 1919 die Aufnahme. Zur finanziellen Unsicherheit der Künstlerexistenz im Allgemeinen kam die schwierige soziale Position von Künstlerinnen, die von etlichen Zeitgenossen als "Malweiber" diffamiert wurden, hinzu.

Die Ausstellung im Stadtmuseum zeigt einen Überblick über Werk und Leben von Sophie und Betty Schneider mit Arbeiten, die zum größten Teil aus deren Nachlass sowie aus Privatbesitz stammen. Info Die Ausstellung wird am Freitag, 30. Mai, um 19.30 Uhr eröffnet und läuft bis zum 31. August.

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