Ein langer Leidensweg liegt hinter dem 25-Jährigen, der heute gelernt hat, mit der Krankheit zu leben. Dass er auch in schweren Zeiten nie den Mut verlor, liegt an der Unterstützung durch Menschen, die ihm nahestehen - an erster Stelle seine Lebensgefährtin Sabrina Reichert. "Ich bin unendlich dankbar, dass Sabrina die letzten sechs Jahre bei mir war und alles mitgemacht hat. Sie hat mir Kraft gegeben, durchzuhalten", sagt Benjamin Wollmershäuser. "Sabrina war und ist mein Lichtblick und hat mir klargemacht, wofür ich das alles mache."

Der junge Mann, der ein Studium begonnen hatte, aufgrund seiner Krankheit aber zurzeit nicht arbeiten kann, blickt seiner Freundin bei diesen Worten tief in die Augen. Sie erwidert seinen Blick. "Es kam für mich nie infrage, keine Stütze zu sein", sagt Sabrina Reichert. "Natürlich gab es auch anstrengende Phasen, die mich sehr mitgenommen haben", räumt die 26-Jährige ein, "aber es ist andererseits auch ein schönes Gefühl, für einen anderen Menschen eine so wichtige Stütze zu sein."

Sabrina ist dankbar für das Verständnis und die Unterstützung, die sie aus ihrem Freundeskreis und an ihrem Arbeitsplatz erfährt. "Es war nie ein Problem, freizunehmen, wenn Benjamin eine Operation hatte. Mein Arbeitgeber und die Kollegen waren stets sehr entgegenkommend", berichtet die Heilerziehungspflegerin.

Benjamin und Sabrina lernten sich im Sonnenhof Schwäbisch Hall kennen: Der Zivildienstleistende verliebte sich in die Praktikantin - und umgekehrt. "Wir haben schnell gemerkt, dass wir zueinander passen", erinnert sich die 26-Jährige. Anderthalb Jahre genossen sie ihre junge Liebe, dann warf die Krankheit ihre Schatten über das glückliche Paar. Doch es ließ sich nicht unterkriegen.

Beziehung ist intensiver geworden

"Die Krankheit hat unseren Blick auf das Leben verändert. Wir leben heute viel bewusster und genießen die Momente, die wir gemeinsam verbringen dürfen. Ich würde sogar sagen: Unsere Beziehung ist durch die Krankheit intensiver geworden", so Sabrina Reichert.

Heute leben die beiden zusammen mit den Meerschweinchen Flocke und Belinda in einer gemütlichen Dachgeschosswohnung in Schwäbisch Hall. Sie machen Ausflüge, gehen spazieren und besuchen die Weihnachtsmärkte in der Region. Vor allem aber freuen sie sich an ihrer Zweisamkeit. "Wir schieben nichts mehr auf die lange Bank", sagt Benjamin Wollmershäuser, der bis heute die Pfadfindergruppe Santiago in Schrozberg leitet. "Das Leben muss gelebt werden."

Info Benjamin hat eine eigene Facebook-Seite eingerichtet: <span>Cancelling Cancer - Kein Weg zu Weit</span>

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