Raumfahrt Tintenfisch fliegt ins Weltall

Nutzlastmanager Marco Schena (ESA) und Missionsmanagerin Freya Scheffler-Kayser (DLR) bei der Übergabe des Fossils im niederländischen Noordwijk.
Nutzlastmanager Marco Schena (ESA) und Missionsmanagerin Freya Scheffler-Kayser (DLR) bei der Übergabe des Fossils im niederländischen Noordwijk. © Foto: DLR/Volker Schmid
pm 11.12.2017

Von langer Hand und mit viel Logistik wird die „Mission „Horizon“ des ESA-Astronauten Ale­xander Gerst vorbereitet. Schließlich soll in dem rund sechsmonatigen Aufenthalt auf der Raumstation im nächsten Jahr auch alles reibungslos ablaufen. Während der in Künzelsau geborene Astronaut sein intensives Training vorwiegend in Houston, Moskau und Köln absolviert, wird die Ausrüstung für die wissenschaftlichen Projekte an Bord zum Transport ins All vorbereitet. Auch das Fossil, die Versteinerung eines längst ausgestorbenen Tintenfisches, das Gerst als Souvenir aus seiner Heimatstadt begleiten soll, ist bereits unterwegs und wird geprüft.

„Der Ceratit ist ein wunderbares Symbol für die Zerbrechlichkeit und Schutzbedürftigkeit unseres Raumschiffs Erde. Dazu kann jeder Mensch einen Beitrag leisten“, sagt Volker Schmid, Missionsmanager beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Beim Transport zur ISS steht der Sicherheitsgedanke im Vordergrund. Der Ceratit muss so verpackt werden, dass er den Flug zur ISS und zurück unbeschadet übersteht und jederzeit sicher für Mensch und Gerät ist.

Im Juli hatte Volker Schmid das Fossil von Bürgermeister Stefan Neumann und dem Finder Michael Hartinger entgegengenommen. „Mit anderen Gegenständen haben wir es im September beim European Space Research and Technology Centre (ESTEC) der ESA in Noordwijk selbst abgeliefert“, berichtet Schmid. Unmittelbar nach dem Eintreffen ist das Fossil mit den anderen Gegenständen verpackt und nach Turin zur Ladungskontrolle geschickt worden. „Dort ist es vor einigen Tagen angekommen. Die Kollegen prüfen zunächst die Vollständigkeit, unsere Angaben zur Flugsicherheit und andere Daten. Danach wird es ordnungsgemäß für den Start verpackt. Dies ist wichtig, denn später muss zum Beispiel die Schwerpunktlage des Transportraumschiffs stimmen. Steuerfähigkeit und Flugstabilität können durch eine unsachgemäße Verpackung negativ beeinflusst werden. Daher wird jeder Behälter peinlich genau gepackt.

Schließlich geht dann die Reise voraussichtlich noch im Dezember zum Kennedy Space Center der NASA in Florida. Mit einer Falcon Rakete wird die Fracht im Frühjahr zur ISS transportiert. Wenn Alexander Gerst eintrifft, sind die Sachen aus Künzelsau bereits auf der Raumstation“, erklärt Volker Schmid.