Essen Testesser finden ,Menü des Jahres bei Josef Bauer

Josef Bauer, Patron im Adler in Rosenberg, hat das Gault-Millau-Menü des Jahres zusammengestellt. Foto: Bartels
Josef Bauer, Patron im Adler in Rosenberg, hat das Gault-Millau-Menü des Jahres zusammengestellt. Foto: Bartels
Rosenberg / MATHIAS BARTELS 15.11.2012
Jedes Jahr im Herbst, wenn die Gourmetführer neu erscheinen, beginnt für Spitzenköche das große Zittern. Nicht so für Josef Bauer aus Rosenberg. Für die Tester von Gault Millau hat er das "Menü des Jahres" kreiert.

Das muss man auch erst mal hinbekommen: Seit etwa 40 Jahren kocht Adler-Patron Josef Bauer in der Spitzen-Liga der Köche-Prominenz vorne mit - stets dekoriert mit Sternen, Kochmützen, Löffeln und Ähnlichem. Jetzt, mit 69 Jahren, so könnte man annehmen, würdigen die Tester des Gault Millau quasi die Lebensleistung des Künstlers am Herd, der eben nicht überkandidelt-spinnert-verquer daherkommt, sondern über Jahre seinen Bezug zur Region und zur bürgerlichen Küche behalten und extrem verfeinert hat. Im unkonventionell bunten "Adler" genießen die Rosenberger seit vielen Jahren ihre Saitenwürste mit Linsen und Spätzle oder ihren Gaisburger Marsch. So wie der von weither angereiste Gourmet sein Fünf-Gänge-Menü, der sich dazu wahrscheinlich noch ein Reben-Edelgewächs gönnt. Denn auch damit wird ihm in Rosenberg wie selbstverständlich gedient.

Und jetzt eben das "Menü des Jahres". Zwar haben die Gault-Millau-Testesser die bekannten "Verdächtigen" (Wohlfahrt, Lumpp & Co.) wieder mit Höchstwerten bedacht und Christian Jürgens vom Tegernsee zum "Koch des Jahres" gekürt, Josef Bauer indes bleibt die Ehre, von den Gourmet-Spezialisten in höchsten Tönen besungen zu werden. Das von ihnen ausgewählte "Menü des Jahres" besteht unter anderem aus gerösteten Kutteln, Steinpilzen, Flusskrebsen, gebratener Entenstopfleber und Blutwurst auf Kohlrabi.

Die Lobeshymne auf den ambitionierten Küchenmeister in der Provinz mündet in bester Gault-Millau-Manier regelrecht in Wortgetöse: "Josef Bauer. . .erreichte in der Sublimierung des Schlichten eine Meisterschaft, die auch illustre Kollegen neidlos anerkennen", schreiben die Kollegen. Und sie anerkennen: "Obwohl er seine Schmankerln nur so aus dem Ärmel zu schütteln scheint, denkt er doch unablässig über Verbesserungen nach." Der Adler sei das Gourmet-Gasthaus schlechthin: "Niemals abgehoben, immer ganz nah an den Wurzeln, aber auch immer gut für Überraschungen." 18 Punkte war das den Testern wert.

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