Crailsheim TC Buckenmaier setzt auf katalanisches Modelabel

Crailsheim / Kerstin Dorn 19.09.2018
Acht Wochen lang waren die Handwerker im Haus, jetzt sind die Hüllen gefallen. Das Erdgeschoss präsentiert sich komplett neu.

Große Warenhäuser wie Karstadt und Kaufhof versuchen durch Fusion ihren Marktanteil zu halten. Das „TC“, wie die Crailsheimer ihr Modehaus  nennen, geht einen anderen Weg: Inhaber Ralph Buckenmaier nennt ihn „am Ball bleiben“.  Mehr als eine Million Euro hat sein Unternehmen in den jüngsten Umbau gesteckt, mit dem gleich nach dem Sommer-Räumungsverkauf begonnen wurde. Eine Woche vor dem Volksfest haben die Handwerker ihr Werkzeug wieder eingepackt und die Schutzfolien entfernt.  Was sichtbar wurde, kann sich sehen lassen.

Vollkommen umgestaltet

Auffälligste Veränderungen:  mehr Tageslicht in den Verkaufsräumen,  eine neue Echtholz-Treppe sowie die komplette Umgestaltung des „Frauenreichs“, das sich über 1800 Quadratmeter auf zwei Ebenen im Erdgeschoss erstreckt. Auffällig platziert wurde dort das neue Modelabel „Mango“. Der katalanische Modekonzern expandiert offensiv in zentralen, innerstädtischen Lagen – ganz so,  wie sie das „TC“ bietet.

Das Interesse aneinander war beidseitig: Auch Ralph Buckenmaier verspricht sich von der Mode des internationalen Konzerns neue Impulse: Mango stehe für einen schnellen Produktwechsel und dafür,  mit Laufstegmode zu erschwinglichen Preisen ein breites Publikum anzusprechen. Die häufig wechselnden Kollektionen würden „eine hohe Begehrlichkeit“, besonders unter den  jungen Kunden wecken, „die eher bereit sind, drei Hosen für 20 Euro als eine für 60 Euro zu kaufen“, berichtet der Inhaber.

Buckenmaier sieht in dieser Lieferantenwahl keinen Bruch mit der Tradition. Sein Haus erhebe nicht den Anspruch, ein  Anbieter von Premiummarken zu sein, argumentiert er: „Wir sehen uns eher als Vollversorger für die ganze Familie und für viele Kunden gehören wir einfach zum Leben dazu.“

Heute hat das „TC“ 40.000 Stammkunden und  beschäftigt mehr als 180 Mitarbeiter. „Es macht uns Spaß, aber es ist auch unsere Pflicht, am  Puls der Zeit zu bleiben und ein modernes Haus zu führen“, sagt derInhaber.

Der jüngste Umbau wirkt wie ein Facelifting für das  alteingesessene Geschäft, das in seinen 45 Bestandsjahren  schon einige Schönheitskorrekturen genossen hat. Dieses Mal wurde viel Wert auf Natürlichkeit gelegt, bestätigt  Innenarchitektin Kerstin Günter vom Innenarchitekturbüro Messerschmidt in Stuttgart, das auch die Einrichtung des „Buckenmaier“ in Ansbach begleitet hat.  Für eine höhere Tageslichtausbeute wurden einzelne Schaufensterbereiche geöffnet, was  zudem Einblicke von der Straße  ins Ladeninnere ermöglicht. Auch die Zwischendecken wurden entfernt, um mehr Raumhöhe zu gewinnen. Verschiedene Wanddekore wie portugiesische Fliesen, südamerikanische Textilmuster oder ein Dschungel geben den einzelnen Verkaufsbereichen ein Gesicht. Selbst die Anprobe wird angenehmer: durch  weiche Bodenbeläge – zum Teil Kunstrasen – und  gut ausgeleuchtete Spiegel.

70

Quadratmeter Verkaufsfläche im Eingangsbereich des Erdgeschosses sind für das neue katalanische Modelabel „Mango“ reserviert. Insgesamt hat der Umbau das Crailsheimer Traditionsunternehmen rund eine Million Euro gekostet.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel