Gschwend/Gaildorf Täterbeschreibung: Viel mehr Kraft als Hirn

CORNELIA KAUFHOLD 30.05.2014
Der Bau des Insektenhotels beim Gschwender Hagbergturm hat den Kindern viel Spaß gemacht. Jetzt liegt es zerstört am Boden.

"Am Wochenende haben wir den Schaden bemerkt", berichtet Herbert Volland vom Albverein Gschwend. Der Hagbergturm war wiederholt das Ziel von Rowdies. Die umlaufende Bank am Turm wurde mehrfach ramponiert, eine Tischplatte abgerissen, der Turm verschmutzt. "Aber damals hat die Polizei die Täter geschnappt." Sie mussten zu Pinsel und Farbe greifen und den Schaden eigenhändig wieder gutmachen. "Das bringt mehr als eine Geldstrafe, die dann die Oma zahlt, weil der Junge kein Geld hat", sagt Volland. Die Zerstörung des Insektenhotels ist für ihn weit mehr als ein Dummer-Jungen-Streich. Denn zirka 50 Zentimeter tief ins Erdreich eingelassene Stahlhülsen reißt man nicht mal so im Vorbeigehen aus dem Boden. Natürlich hat Volland den Vorfall der Polizei gemeldet. Allerdings rechnet er sich keine großen Chancen aus, dass sie die Täter dingfest macht. Zu gerne würde er der Polizei glauben, die auf ihre Website versichert, die Postenbeamten "kennen ihre "Pappenheimer" und sie würden in ihrem Kontaktbereich auf die Bürger zugehen und ihre Ansprechpartner für deren Sorgen und Nöte sein, so wie es die Ordnungshüter versichern. Deshalb wird Volland mit seinen Albvereinskollegen selbst anpacken und mit den Kindern das Insektenhotel wieder aufbauen. Genauso machen es auch die Bühläckerschüler in Unterrot.

Die Inneneinrichtung ihres Insektenhotels hat ein Bösewicht heraus gerissen. Sie staffierten es erneut aus und schützten sie es mit einem Gitter. Doch auch das wurde abgerissen. Nach den Pfingstferien möchten sie ihr Insektenhotel wieder aufbauen. "Natürlich sind wir damals zur Polizei gegangen", sagt Rektorin Martina Dreher, "aber dort hat man uns gesagt, dass sie nichts machen können." Immerhin hat Volland eine Täterbeschreibung: "Viel mehr Kraft als Intelligenz." Sie mag ungenau sein, aber zutreffend.