SWR SWR-Fernsehteam bereist Region Crailsheim für „Expedition in die Heimat“

UTE SCHÄFER 06.06.2016
Der Südwestrundfunk war in der vergangenen Woche in unserer Gegend unterwegs. Am Freitag machte er Halt auf dem Crailsheimer Wochenmarkt.

„Ebiera, bitte, fir‘n Salood“, bestellt Ulrike Durspekt-Weiler beim Kartoffelmann auf dem Crailsheimer Wochenmarkt und bekommt das Gewünschte abgewogen. So weit, so normal. Doch heute schaut der passionierten Mundartsprecherin ein veritabler Professor über die Schulter und nimmt das Stichwort auf: „Genau. ,Salood‘. Diese Verschiebung von A nach O ist typisch.“ Sie sei ein deutliches Zeichen dafür, dass der Dialekt in Hohenlohe nicht schwäbisch sei. „Denn in Schwaben gibt es dieses O nicht.“

„Ostfränkisch gehört zu interessantesten Dialekten“

Prof. Dr. Hubert Klausmann muss es wissen. Er ist Sprachwissenschaftler, nennt den hiesigen Dialekt „ostfränkisch“ und kennt auch Ulrike Durspekt-Weiler gut. Sie hat es nämlich als Dialektsprecherin in seine Mundartdatei geschafft. Damit erforscht Klausmann unter anderem die schwäbisch-fränkische Sprachgrenze. „Das Ostfränkische gehört zu den interessantesten Dialekten“, sagt er, „denn er ist abgegrenzt und sehr kompakt.“

So weit, so normal. Doch bei diesem Marktgang („und Gaggelich, bitte, zeah Stick“) schauen den beiden auch noch zwei Fernsehkameras über die Schulter, dazu ein Mikrofon, ein Scheinwerfer, eine Moderatorin, eine Redakteurin, eine Aufnahmeleiterin und was man sonst noch für eine Fernsehsendung braucht.

Mit anderen Worten: Der Südwestrundfunk hat sich für seine Sendereihe „Expedition in die Heimat“ in der vergangenen Woche Hohenlohe ausgesucht. Und dies stand auf dem Drehplan: Unter anderem besuchte Moderatorin Annette Krause Jakob Kronenwetter und die Jenischen in Unterdeufstetten und machte eine Landpartie mit Regina Stroner aus Bächlingen, die bei hohenlohischen Erzeugern Lebensmittel und Blumen einkaufte.

Ballonfahrt fällt ins Wasser

Dabei hat das Unwetter dem SWR den Dreh zunächst verhagelt. „Wir hatten für Montag eine Ballonfahrt geplant. Die ist im wahrsten Sinn des Wortes ins Wasser gefallen“, berichtet SWR-Redakteurin Kerstin Raddatz. „Die Gegend ist etwas ganz Besonderes“, sagt sie. „Ich bin sehr gern hier.“

Doch zurück zum Crailsheimer Wochenmarkt, wo das Filmteam von den Marktbesuchern mit großen Augen beobachtet wird. Mit dabei ist übrigens ein bekanntes Gesicht, obwohl man das vor lauter Kamera kaum sehen kann: Es ist Frieder Volz aus Crailsheim, der bei SWR als Kameramann arbeitet und für den der Wochenmarkt gewissermaßen ein Heimspiel ist.

Er nimmt eben Ulrike Durspekt-Weiler auf, die eine „Gogommer“ kauft, und Sprachwissenschaftler Prof. Klausmann nimmt auch dieses Stichwort glücklich auf: Dieser ungewöhnliche Name für eine Gurke komme aus dem Französischen, sagt er: „Er ist in ganz Württemberg bekannt und hat es sogar bis hierher geschafft.“

Mittlerweile hat Ulrike Durspekt-Weiler auch noch Erdbeeren entdeckt, „Preschtling, die san bloaß guad, wenn se roat san“, erklärt sie – und hat kurzerhand ein „Schissele“ in ihren Korb geladen. Der ist mittlerweile voll. Gleichwohl hat sie jetzt offenbar ein Problem: „Aber was mach ich denn jetzt mit den Sachen?“, fragt sie, als die Kameras abgeschaltet sind. „Wir fahren doch morgen in den Urlaub.“
 

SWR-Sendung am 8. Juli

Die Sendereihe „Expedition in die Heimat“ läuft immer freitags von 20.15 bis 21 Uhr auf SWR 3. Der Termin  „unserer“ Sendung ist für den 8. Juli vorgesehen. Sie trägt den Titel: „Unterwegs an der bayerischen Grenze“. uts