Unwetter Sturm knickt Bäume und Masten um

pol/tob 04.01.2018
Das Sturmtief „Burglind“ hat einige Schäden angerichtet. Die Einsatzkräfte müssen viele Straßen von umgestürzten Bäumen befreien, auch der Zugverkehr ist betroffen.

Rund eineinhalb Stunden lang trafen gestern die Region orkanartige Böen. Im Lagezentrum der Polizei in Aalen liefen zwischen 8.35 Uhr und 10 Uhr allein aus dem Landkreis Schwäbisch Hall rund 30 Meldungen am Notruftelefon ein. In den meisten Fällen waren umgestürzte Bäume der Auslöser, weil sie Straßen blockierten und dementsprechend den Verkehr behinderten.

Alle Anrufe seien im Lagezentrum nicht nur entgegengenommen, sondern zudem bewertet worden, teilt die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit mit. Die Polizei sei von einer Einsatzstelle zur nächsten unterwegs gewesen, um an den blockierten Stellen entsprechend für Sicherungsmaßnahmen zu sorgen. Die Aufräum- und Reparaturarbeiten zogen sich bis in den Nachmittag hinein.

Doch nicht nur Bäume gingen vor Tief „Burglind“ in die Knie, auch Stahlkonstruktionen hielten dem Sturm nicht stand. In der Nähe von Eschental knickten zwei Hochspannungmasten um. Der Kupferzeller Bauhof sperrte die Gefahrenstelle und Zufahrtswege weiträumig ab, bis Einsatzkräfte des Stromversorgers vor Ort kamen.

Eine starke Windböe erfasste gegen 10 Uhr den Lkw eines 37-jährigen Fahrers auf der B 290 zwischen Blaufelden und Crailsheim. Die Konsequenz: Der Anhänger kippte um, das Führerhaus wurde gedreht und das Zugfahrzeug kam im Graben zum Stehen. Am Lkw entstand ein Sachschaden in Höhe von etwa 5000 Euro. In Ilshofen wurde ein Strommast umgerissen und lag quer über der Fahrbahn. In Amlishagen stürzte ein Baum auf eine Stromleitung. Auch hier waren beide Male Betriebsstörungen die Folge. Im Brettachtal zwischen Rot am See und Gerabronn blockierten zwei umgestürzte Bäume die Straße.

Relativ glimpflich kam Wolpertshausen davon. „Außer einigen Bäumen, die umgefallen waren, war es bei uns relativ ruhig“, sagt Bürgermeister Jürgen Silberzahn. Zwischen Reinsberg und Unterscheffach sei die Straße wegen eines umgefallenen Baums gesperrt gewesen, und auch bei Heide und Rudelsdorf seien Bäume umgeknickt. „Die Feuerwehr war mit circa 20 Leuten draußen“, so Silberzahn weiter, die Einsätze seien aber relativ schnell vorbei gewesen.

Welche Wirkung ein kleiner Vorfall haben kann, zeigt sich beim Schienenverkehr. Das Dach eines Fahrradständers einer Firma in Sulzdorf wurde vom Sturm aus der Verankerung gerissen, flog über einen Drahtzaun und landete am Bahndamm. Obwohl die Schienen der Strecke Hessental-Crailsheim nicht blockiert waren, wurde die Strecke vorsorglich gesperrt, und es kam zu Zugverspätungen. Arbeiter entfernten das Blechdach, dann konnten die Züge weiterfahren.

Von 6.30 Uhr bis 7.23 Uhr fiel in Schwäbisch Hall der Strom aus. „Es ist möglich, dass der Sturm dran schuld ist“, sagte Peter Breuning, Abteilungsleiter Netzleittechnik der Stadtwerke Hall. Schließlich knickten mehrere Masten in der Region um. „Im Umspanner 2 in der Stadtheide trat in der zentralen Steuerung ein Fehler auf. Die Ursache ist noch nicht klar“, so Breuning. Rund 15 000 Haushalte in Hall waren ohne Strom.