In Wildenstein brütet in diesem Jahr dasselbe Storchenpaar wie im Vorjahr. Damals allerdings hatte es mit dem Nachwuchs nicht geklappt: Gebrütet wurde zwar unverdrossen drei Monate lang, doch danach verließen die beiden das Nest – die reguläre Brutzeit bei Weißstörchen beträgt 31 Tage. „Hoffen wir, dass es in diesem Jahr klappt“, schrieb der hiesige Storchenbeauftragte Helmut Vaas in seiner Dokumentation zum Nest Mitte März, als sich das Wildensteiner Paar gerade wieder gefunden hatte.

Meister Adebar und seine Gefährtin schritten gleich zur Tat: Nestbau, Paarung und alles, was dazugehört. Allerdings ging es dem Weibchen damals nicht gut, berichtete Vaas. Es wurde oft regungslos im Nahrungsgebiet oder auf dem Nest beobachtet. Auffallend war, dass die Störchin ihr auch am Rücken völlig verschmutztes Gefieder so gut wie nicht pflegte. „Sie überwintert in Spanien. Sie könnte sich auf den dortigen Müllkippen so verschmutzt haben. Dennoch sieht sie nicht gesund aus und verhält sich auch so.“

Mit anderen Worten: Der Bruterfolg stand auf der Kippe. Dennoch legte die Störchin Eier, und zwar vermutlich ab dem 27. Februar. Gebrütet wurde drei Tage später. Allerdings konnte Vaas in den Folgetagen immer nur das Männchen beobachten. Das Weibchen schien fort zu sein. Große Sorge machte sich breit, zumal auch in den darauffolgenden Tagen immer nur das Männchen auf den Eiern beobachtet wurde, nie aber das Weibchen.

Storch in Stimpfach Und im Nest ist alles okay

Stimpfach

80 Gramm schwere Winzlinge

Erst am 5. April konnte Helmut Vaas Entwarnung geben: „Heute waren beide im Nest“, schreibt er. Das Weibchen kam vom Futtersuchen und löste das Männchen beim Brüten ab – nicht ohne eine kurze Paarung dazwischen. Das Weibchen sah auch wieder fitter aus – und bis auf einen kurzen Angriff von fremden Störchen gibt es seither nur Positives vom Nest zu berichten: Eier wenden, Nest lockern, brüten – alles verlief nach Plan.

Mittlerweile müssten die ersten Küken geschlüpft sein, doch noch sind sie so klein, dass sie nicht über den Nestrand reichen. Auch eine Fütterung konnte Helmut Vaas noch nicht beobachten, was den Storchenexperten aber nicht verwundert: „Dafür sind die Fütterungen zu selten, denn der Bedarf der nur 80 Gramm schweren Winzlinge ist noch sehr gering.“

Allerdings verhalten sich die Störche so, wie wenn sich im Nest etwas bewegt: Männchen wie Weibchen standen immer wieder auf und bearbeiteten aufgeregt und intensiv die Nestmitte. „Dieses Verhalten ist eigentlich immer dann zu beobachten, wenn die Küken schlüpfen“, weiß der Experte Vaas: „Bei diesen Vorzeichen kann man mit einer erfolgreichen Brut rechnen.“

Crailsheim

Storchenpaar schwankt zwischen zwei Nestern


In Jagstheim sind die Storchenküken schon geschlüpft – das dortige Paar ist immer früh dran, weil es im Gebiet überwintert. Eine erste Fütterung der Küken konnte am 19. April beobachtet werden. Am 22. April konnte der Storchenbeauftragte Helmut Vaas immerhin zwei hungrige Kükenköpfe beobachten, ein paar Tage später sah er drei. Ob ein viertes Küken im Nest sitzt, ist noch nicht klar. „In einer Woche wissen wir mehr.“ In Ingersheim und Jagstheim hat es während der Brutzeit Probleme gegeben (unsere Zeitung berichtete). Jetzt kann sich ein Paar nicht entscheiden, welches Nest es bewohnen soll. „Hier wird es dieses Jahr wahrscheinlich keine Brut mehr geben“, vermutet Vaas. uts