Seit 15 Jahren ist Kursleiter Philipp Dietz aus Heidenheim Line Dancer. Seit fünf Jahren leitet er in Heidenheim eine der größten Line-Dance-Gruppen Deutschlands, die „Country Twisters“. Wie es sich für einen Ableger gehört, nennen sich die Crailsheimer deshalb die „VHS Twisters“. Entstanden ist die Idee, in Crailsheim eine Line-Dance-Gruppe zu etablieren, weil Dietz aufgefallen war, dass es um Heidenheim herum nur wenige Gruppen gibt. „Ich habe alle Städte um Heidenheim gegoogelt und festgestellt, dass es in Crailsheim tatsächlich gar nichts gibt“, erinnert er sich an die Standortsuche.

Der Weg, über die VHS eine Gruppe aufzubauen, erschien ihm sofort als der logische. Seine Idee wurde dort mit Begeisterung aufgenommen. Tatsächlich kam gleich der erste Kurs zustande. In den vergangenen Wochen haben neun Teilnehmerinnen den Einstieg in die einfachsten Anfängertänze gelernt. „Der Kurs hat mit Tänzen mit 16 Counts angefangen, inzwischen sind wir bei 32 Counts“, berichtet Dietz stolz. Counts, das sind die Schritte, aus denen sich die Choreografien zusammensetzen. Bis zu 130 Counts können Profitänze haben – also noch ein weiter Weg für die Crailsheimer Anfänger.

Die lassen sich allerdings nicht von den Aussichten abschrecken, sondern sie geben bei der kleinen Weihnachtsfeier, mit der der Kurs abgeschlossen wurde, zu Protokoll, dass sie mit dem Line-Dance-Virus infiziert sind. Auf die Frage, weshalb sie sich überhaupt angemeldet haben, kommt neben Antworten wie „zum Spaß“ oder „ich wollte was in Gesellschaft machen“ auch die ehrgeizige Antwort einer Teilnehmerin, die sagt: „Ich habe die Weltmeisterschaft in Sankt Anton im Fernsehen gesehen und habe so etwas in Crailsheim gesucht und jetzt endlich gefunden. Was die dort gemacht haben, will ich auch können.“

Fast alle wollen weitermachen

Bis auf eine Ausnahme wollen alle Tänzerinnen im Januar, wenn der Kurs wieder startet, weitermachen. „Line Dance ist Geselligkeit und Gemeinschaft, es macht Spaß, und man ist vor allem nicht auf einen Tanzpartner angewiesen“, zeigt Philipp Dietz Verständnis für die Begeisterung. Rund 90 Prozent der Line Dancer sind seinen Angaben nach Frauen, ein Umstand, den er ein wenig bedauert. Über einen höheren Männeranteil würde er sich also freuen. Doch auch allein unter Frauen fühlt sich der Trainer sichtlich wohl. Während des Trainings wird viel gemeinsam gekichert und gelacht.

In türkisfarbene T-Shirts ge­kleidet, formieren sie sich auch an ihrer Weihnachtsfeier zum Tanz. Wie es sich gehört, natürlich in einer Linie, um vorzuführen, was sie in den vergangenen zehn Kursstunden gelernt haben. „Die meisten Gruppen tragen Schwarz oder Rot. Meine Gruppe in Heidenheim trägt Türkis, deshalb ist das auch die Farbe der Crailsheimer. Man soll sofort sehen, dass sie zusammengehören“, so Dietz. Er selbst trägt ganz stilecht Cowboystiefel, Hemd und Hut, ein Outfit, das normalerweise nur zu Events getragen wird. „Man sollte immer in den Schuhen tanzen, die am bequemsten sind. Nur bei Events sind die Outfits in der Regel alle gleich“, erklärt er. Auf ein solches Event will er mit seinen Schützlingen erstmals im Februar gehen, wenn in Schrezheim das Country-Festival steigt. Er freut sich schon darauf, seine Gruppe darauf vorzubereiten und ermutigt auch Anfänger, sich der Gruppe anzuschließen. „Man kann jederzeit einsteigen, weil es immer wieder neue Tänze zu lernen gibt und die alten immer wieder wiederholt werden“, sagt er. Genau das erklärt er auch den beiden Frauen, die an diesem Abend zum Zuschauen gekommen sind. Die beiden tanzen bereits in einer anderen Gruppe, suchen jedoch eine zweite in der Nähe und haben sich nach einem Gespräch mit dem Trainer und etwas Zuschauen bereits für den Kurs im Januar angekündigt. Der neue Kurs startet am Dienstag, 8. Januar, von 20 bis 22 Uhr (8-mal) in der Turnhalle der Realschule zur Flügelau.

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