Crailsheim/Biłgoraj Stichwahl in Biłgoraj: Janusz Rosłan behauptet sich

Janusz Rosłan behauptet sich im Amt.
Janusz Rosłan behauptet sich im Amt. © Foto: privat
Crailsheim/Biłgoraj / Grzegorz Bryła 08.11.2018
Der alte Bürgermeister von Biłgoraj ist auch der neue: Im zweiten Wahlgang wurde er wiedergewählt.

Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis hat der amtierende Oberbürgermeister Janusz Rosłan (56) die Stichwahl gegen Herausforderer Wojciech Glen mit 55,08 Prozent (6102 abgegebene Stimmen) gewonnen und darf sich somit auf weitere fünf Jahre als Oberbürgermeister von Biłgoraj freuen. Rosłan ist parteilos, der 15 Jahre jüngere Glen gehört der europakritischen Regierungspartei „Recht und Gerechtigkeit“ – PIS – an.

Der alte und neue Oberbürgermeister spricht als gelernter Deutschlehrer sehr gut Deutsch und ist auch in Crailsheim kein Unbekannter. Bereits mehrmals besuchte er die Partnerstadt, letztmals während des Kulturwochenendes, während dem er im Ratssaal als Pianist ein „Konzert der Freundschaft“ gab.

Im ersten Wahlgang (mit vier Kandidaten) hatte Rosłan die absolute Mehrheit mit 49 Prozent nur knapp verfehlt. Wojciech Glen, Neuling in der Kommunalpolitik, erhielt 4977 Stimmen. Bei den Biłgorajer Bürgern stieß der zweite Durchgang der OB-Wahl mit der Wahlbeteiligung von insgesamt 51,68 Prozent auf ein auffallend großes Interesse.

Das Wahlgebiet für die Oberbürgermeisterwahl bildete die Kreisstadt Biłgoraj mit ihren zwölf Stadtteilen und knapp 27.000 Einwohnern. Die Auszählung der Stimmen erfolgte durch 14 Wahlvorstände in vier Urnenstimmbezirken. Insgesamt waren bei dieser OB-Stichwahl in der polnischen Partnerstadt 21 512 Personen wahlberechtigt. Nur behinderte Menschen konnten die Briefwahl in Anspruch nehmen. Rosłan bedankte sich bei den Biłgorajern für ihre Wahlbeteiligung und ihre Stimmen. Seinem Gegenüber Wojciech Glen gratulierte er zum guten Wahlergebnis und zu einem fairen Wahlkampf, der in ruhigen Bahnen verlaufen sei, so Rosłan.

„Ein schweres Wetteifern“

Sein Kontrahent Glen selbst kommentierte sein Ergebnis mit Genugtuung und betonte, es sei ein ausgeglichenes und schweres Wetteifern gewesen. Er möchte sich von nun an zum Wohle seiner Wähler und der Stadt als Gemeinderat einsetzen.

Mit den Stichwahlen ist die Regionalwahl in Polen nun abgeschlossen. Die Regierungspartei PIS konnte dabei landesweit die meisten Stimmen holen. Von insgesamt 552 bekam sie 254 Sitze in jeweiligen Landtagen. Auch in der Woiwodschaft Lubelskie kann sie sich mit ihren 18 Mandaten (von insgesamt 33) über die Mehrheit im Landtag freuen.

Allerdings: In einer ganzen Reihe von Großstädten wie etwa Warschau, Breslau, Lodz oder Posen, aber auch in Rzeszow und Lublin schnitt die europakritische und rechtspopulistische PIS schlecht ab.

Info

Der Autor, Grzegorz Bryła, ist Deutsch­lehrer in Biłgoraj und engagiert sich sehr für den polnisch-deutschen Schüleraustausch. Er berichtet unseren Lesern regelmäßig Neuigkeiten aus seiner südostpolnischen Heimat.

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