Crailsheim / Christine Hofmann Der Crailsheimer Jugendgemeinderat organisiert einen Jugendklimagipfel, bei dem junge Menschen die Klimaschutzagenda der Stadt kritisch unter die Lupe nehmen.

Seit Monaten sorgen in vielen Städten Schülerstreiks für leere Klassenzimmer und volle Innenstädte. Auch in Crailsheim gingen Anfang Februar Schüler auf die Straße, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren (mit Video). Das Motto, das die zahlreichen lokalen Aktionen eint, lautet „Fridays for Future“.

Heute planen Schüler auf der ganzen Welt den ersten globalen Streik. „Am 15. März wird es den größten Klimastreik geben, den die Welt je gesehen hat“, heißt es auf der offiziellen Website der Bewegung. In 92 Ländern sind Streiks geplant, weitere können hinzukommen.

Keine Demo am 15. März in Crailsheim

Schüler der Crailsheimer Schulen beteiligen sich diesmal nicht an der Aktion. Sie planen – nachdem sie mit ihrer Protestaktion zunächst öffentlichkeitswirksam auf das Thema Klimawandel aufmerksam gemacht haben – jetzt einen zweiten Schritt: einen Jugendklimagipfel. Organisiert wird er vom Jugendgemeinderat der Stadt Crailsheim mit Unterstützung der Fridays-for-Future-­Gruppe Crailsheim, der rund 60 Jugendliche verschiedener Crailsheimer Schulen angehören – so viele Mitglieder jedenfalls zählt die Whatsapp-Gruppe. „In Wirklichkeit sind es viel mehr Anhänger“, sagt Benedikt Egetemeyr, Mitglied des Jugendgemeinderats.

In mehr als 100 Staaten werden am heutigen Freitag insgesamt mehr als 1600 Demonstrationen von Schülern erwartet. Auch in zahlreichen Städten Baden-Württembergs.

Beim Jugendklimagipfel, der am 29. März stattfinden soll, wollen die Jugendlichen über die Klimaschutzagenda der Stadt Crailsheim reden. Zum einen soll den Jugendlichen dort aufgezeigt werden, welche Klimaschutzmaßnahmen bereits umgesetzt und angedacht sind.

Schüler wollen zum Klimaschutz Ideen einbringen

Zum anderen sollen sie aber auch Gelegenheit bekommen, eigene Ideen und Vorschläge einzubringen. In Workshops werden die Themen ÖPNV, Radwege und Grünflächen behandelt.

„Bei Fridays for Future haben wir gesehen, dass das Interesse am Thema Klimaschutz unter den Jugendlichen in Crailsheim groß ist“, berichtet Egetemeyr. „Wir wollen aber nicht nur Zeichen setzen, sondern auch konstruktiv nach Lösungen suchen. Sonst war unsere Demo sinnlos.“ Das Thema, da sind sich Jugendgemeinderäte und Fridays-for-Future-Aktivisten einig, geht alle an. Deshalb sind nicht nur junge Menschen zum Gipfel eingeladen, sondern auch Bürger jeden Alters.

Info Der Jugendklimagipfel findet am Freitag, 29. März, um 15.30 Uhr im Ratskeller in Crailsheim statt.

Das könnte dich auch interessieren:

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hält die wöchentlichen Klimaschutzproteste von Schülern für eine gute Sache.

Bei einem Feuer im Krematorium in Schwäbisch Hall ist in der Nacht zum Donnerstag ein Millionenschaden entstanden.

Von Schweden in die ganze Welt

Initiatorin von  Fridays For Future ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg. Sie inspirierte mit ihren regelmäßigen Schulstreiks, die sie seit August betreibt, zahlreiche Jugendliche, es ihr gleich zu tun. Seitdem ist die Aktion zu einer weltweiten Bewegung geworden. Am heutigen Aktionstag wird ein Teilnehmerrekord erwartet.