Die Nachricht war ein Schock: Der Krebs ist zurück. Jacob (9) aus Frankenhardt-Gründelhardt ist bereits zum zweiten Mal an Leukämie erkrankt. „Wir haben nicht damit gerechnet, dass der Krebs nach so langer Zeit noch einmal zurückkommt“, erzählt Ellen Ebert. Damit Jacob die Krankheit ein weiteres Mal besiegen kann, benötigt er eine Stammzellenspende. Freunde der Familie organisieren eine Typisierungsaktion.

Fünf Jahre alt war Jacob, als er zum ersten Mal Blutkrebs bekam und seiner Mutter die ersten Symp­tome auffielen: Jacobs Augenlid öffnete sich nicht mehr ganz und er hinkte einseitig. Jede Tätigkeit strengte ihn enorm an. „Beim ersten Arztbesuch wurden wir mit Augentropfen und der Diagnose ‚Hüftschnupfen‘ wieder nach Hause geschickt“, erinnert sich Ellen Ebert an den Beginn der langen Krankengeschichte ihres jüngsten Kindes.

Jacob wird ein Dreivierteljahr intensiv behandelt

Doch schon nach dem nächsten Arztbesuch im Haller Diak war klar: Jacob litt an einer Form von Leukämie. Noch am selben Tag wurde er in die Kinderonkologie nach Heidelberg überwiesen, wo er ein Dreivierteljahr intensiv behandelt wurde. „Wir hatten Glück im Unglück: Die akute lymphatische Leukämie, kurz ALL, ist gut behandelbar. Jacob hat die Chemotherapie relativ gut vertragen.“

Am Ende seines letzten Kindergartenjahrs durfte der kleine Patient, der inzwischen als krebsfrei galt, noch einige Wochen in den Kindergarten. Hier konnte er die Kontakte zu seinen Freunden auffrischen, auf die er monatelang verzichten musste. Jacob kam zu Kräften und wurde regulär an der Grundschule Frankenhardt eingeschult.

Gesundheitszustand wird engmaschig kontrolliert

Jacobs Gesundheitszustand wurde engmaschig kontrolliert: Anfangs wöchentlich, dann monatlich und zuletzt vierteljährlich wurde er in der Kinderklinik in Heidelberg untersucht. „Wenn nach fünf Jahren keine Krebszellen gefunden werden, gilt ein Patient als geheilt“, erklärt Jacobs Vater Jürgen Ebert-Köhler. Das wäre jetzt der Fall gewesen. Doch im August kam die Leukämie zurück.

Der Viertklässler bekommt wieder Chemotherapie, doch diesmal reicht das nicht. Er benötigt außerdem eine Stammzellenspende. „Es rührt uns sehr, wie groß die Anteilnahme ist. Viele Menschen wollen helfen, einen geeigneten Spender für Jacob zu finden. Dafür sind wir unendlich dankbar“, sagt Ellen Ebert. „Wir selber hätten gar nicht die Kraft dazu, eine Typisierungsaktion auf die Beine zu stellen.“