Crailsheim Die Stadtbiene erwacht aus der Winterruhe

Ein Kaisermantel sitzt im Garten von Dieter Bock auf einer Oregano-Pflanze, auch Wilder Majoran genannt.
Ein Kaisermantel sitzt im Garten von Dieter Bock auf einer Oregano-Pflanze, auch Wilder Majoran genannt. © Foto: Dieter Bock
Crailsheim / Luca Schmidt 13.02.2019
Wie man Insekten helfen kann, zeigt Dieter Bock: Er hat seinen Garten eigens dafür umgestaltet.

Zum Auftakt des Projekts Stadtbiene 2019 gab es kürzlich einen Film im Kammer Filmtheater. Zu sehen waren Schmetterlinge. Thema verfehlt also? Nicht wirklich, denn Bienen und Schmetterlinge haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen: Beide sind vom „Insektensterben“ betroffen, sowohl Population als auch Artenvielfalt nehmen ab. Von Umweltverbänden dafür verantwortlich gemacht wird in beiden Fällen unter anderem die stark intensivierte Landwirtschaft, die mit Monokulturen sowie Dünge- und Spritzmitteln arbeitet.

In Städten fehlt den Insekten häufig Nahrung, unter anderem wegen kurz gemähter Rasenflächen und Steingärten. Dem möchte die Stadt Crailsheim seit 2015 mit dem Projekt Stadtbiene entgegenwirken. Auch die Volkshochschule, der Naturschutzbund (Nabu), das Jugendzentrum und die Crailsheimer Imker sind am Projekt beteiligt. Dafür legt die Stadt seit 2015 systematisch artenreiche Blumenwiesen und -säume im Stadtgebiet an. Rund elf Hek­tar wurden laut Stefan Brendle, Landschaftsarchitekt der Stadt Crailsheim, bereits umgebaut.

Private Gärten einbeziehen

Heuer sollen beim Projekt Stadtbiene vermehrt private Grünflächen in den Blick genommen werden. So wird es im Sommer einen Wettbewerb zu insektenfreundlichen Gärten in der Stadt geben. Eine Fachjury läuft hierzu durch die Gärten, begutachtet und bewertet sie.

Dieter Bock, Sprecher der Schwäbisch Haller Ortsgruppe des Nabu, zeigte nach dem Film in einem Vortrag, wie es gehen kann. Er hat in den vergangenen 20 Jahren seinen Garten neu gestaltet – zu einem Paradies für Insekten auf rund 150 Quadratmetern. Die finden hier den größten Teil des Jahres ausreichend Nahrung. Wichtige Zutaten für den Garten: Geduld und Fleiß.

„Zunächst muss man die wuchernden Pflanzen beseitigen“, sagt Bock über die Anfänge. Dazu habe er schwarze Agrarfolie verwendet, die er drei Monate und länger auf das Unkraut gelegt habe. Erst danach habe er begonnen, die sorgsam ausgewählten Gewächse zu pflanzen.

Noch ist es nicht zu spät

Wer dieses Jahr schon etwas für Bienen und Schmetterlinge tun möchte, der ist noch nicht zu spät dran, erklärt Stephan Brendle. Es sei unter anderem noch möglich, Samenmischungen auszusäen. Außerdem könne man im Frühjahr noch Sträucher setzen. Grundsätzlich dauere es aber sehr lange, den eigenen Garten insektenfreundlich umzugestalten.

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Das Programm des Projekts Stadtbiene 2019

Das Jugendzentrum baut am Freitag, 8. März, zusammen mit Kindern im Schulalter einfache Nisthilfen für Wildbienen.

Bei einer Pflanzenbörse können am Samstag, 27. April, von 10 bis 12 Uhr Samen und Stauden auf dem Wochenmarkt getauscht werden.

Per Fahrrad geht es am Montag, 20. Mai, ab 17.30 Uhr mit Imker Wolfgang Brosam zu den Bienenvölkern im Stadtgebiet.

VHS-Exkursionen führen zur Bundesgartenschau nach Heilbronn (31. Mai) und in den „Hortus Insectorum“ nach Herrieden (4. Juni).

Weitere Informationen zu Veranstaltungen gibt es auf der Homepage der Stadt unter www.crailsheim.de. Das Stadtbienen-Programm liegt als Flyer auch im Bürgerbüro aus. luc

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