Mulfingen Sportartikelhersteller Jako feiert sein 25-jähriges Bestehen

Lokal verortet: Immer wenn am Stammsitz in Mulfingen mit vollem Einsatz um den Ball gekämpft wird, ist auch Jako mit dabei.
Lokal verortet: Immer wenn am Stammsitz in Mulfingen mit vollem Einsatz um den Ball gekämpft wird, ist auch Jako mit dabei. © Foto: Schmerbeck
Mulfingen / JÜRGEN PAUL 28.08.2014
Mit der Geschäftsbeziehung zum Freiburger FC begann im Jahr 1999 der Aufstieg von Jako zum überregional tätigen Ausrüster. Heute bietet der Sporartikelhersteller auch den Großen der Branche die Stirn.

Natürlich war es Zufall, dass der SC Freiburg 1999 der erste Bundesliga-Verein war, den der Mulfinger Sportartikelhersteller Jako ausrüstete. Doch zwischen dem Fußball-Club aus dem Breisgau und dem Familienunternehmen aus Hohenlohe gibt es Parallelen. So wie der SC Freiburg sich als kleiner Verein in die Beletage des deutschen Fußballs gespielt hat und dort zu einer festen Größe geworden ist, so hat sich auch die Jako AG als Mittelständler in einer Branche etabliert, die von Konzernen wie Adidas, Nike und Puma dominiert wird.

Schneller Erfol überrascht

Dabei setzt sich Rudi Sprügel nicht ernsthaft das Ziel, die Großen zu ärgern, als er am 1. November 1989 Jako in der Garage seines Bruders gründet - übrigens gegen den ausdrücklichen Rat seiner IHK-Beraterin. Der leidenschaftliche Fußballer will dafür sorgen, dass die Vereine in der Umgebung ordentlich mit Trikots, Hosen und Stutzen versorgt werden. Denn als Angestellter eines Sportartikelgeschäftes erlebt Sprügel immer wieder, dass die bekannten Marken Lieferschwierigkeiten bekommen und im Service viel Luft nach oben haben. Er will das ändern, und der Name ist Programm: Jako steht für Jagst und Kocher, die Flüsse der Region, in der der Mensch, Fußballer und Unternehmer Rudi Sprügel lebt. Der schnelle Erfolg der Firma überrascht selbst den Berufsoptimisten Rudi Sprügel. "Im ersten Jahr übertrafen wir unseren Planumsatz um 300 Prozent, in den folgenden Jahren wuchsen wir immer um 50 bis 60 Prozent", erinnert sich der Jako-Vorstandschef an die stürmische Anfangszeit. Seine guten Kontakte zu den Vereinen und den Sportfachhändlern sowie kurze Lieferfristen lassen das Geschäft gedeihen. Von Hohenlohe aus wird Jako - bald auch als Eigenmarke - bundesweit und später international bekannt. 1994 setzt das Unternehmen bereits zweistellige Millionenbeträge um, die Betriebsfläche im 400-Seelen-Dorf Mulfingen-Hollenbach verdoppelt sich. Doppelten Grund zur Freude hat Rudi Sprügel 1999. Pünktlich zum zehnten Firmenjubiläum nimmt Jako den Fußball-Bundesligisten SC Freiburg unter Vertrag. Damit ist den Hohenlohern noch mehr Aufmerksamkeit sicher. Später folgen Eintracht Frankfurt, FC Augsburg, Greuther Fürth und Hannover 96 - die Niedersachsen laufen auch in der gerade gestarteten Saison mit Jako-Leibchen auf.

Natürlich freut sich der Firmengründer, wenn in der wichtigsten deutschen Liga das Jako-Logo zu sehen ist. Doch Rudi Sprügel ist Realist. "Wenn Nike oder Adidas ein Team wollen, haben wir keine Chance." Muss er zwischen Prestige und Wirtschaftlichkeit abwägen, fällt ihm die Entscheidung nicht schwer. "Der Erfolg von Jako hängt nicht von der Ausstattung von Fußball-Bundesligisten ab", stellt Sprügel klar. Die breite Verankerung im Amateurfußball sowie im Handball, Basketball und Volleyball ist dem Chef mindestens genauso wichtig. Und seit einiger Zeit der Bereich Running. "Hier wollen wir uns verstärkt positionieren", sieht Sprügel angesichts des Fitness-Trends viel Potenzial im Laufsegment.

Erweiterung für acht Millionen Euro geplant

Im kommenden Jahr wird der Firmensitz in Hollenbach für sieben bis acht Millionen Euro erweitert. Und in seiner Jako-Strategie 2020 hat der Chef nicht nur das Umsatzziel von 100 Millionen Euro festgeschrieben. Dann werden Sprügels Töchter Yvonne (29) und Nadine (30), die beide in leitenden Positionen im Betrieb arbeiten, noch weiter das Heft in die Hand nehmen.

Einer der führenden Teamausstatter

Der Sportartikelhersteller Jako (Jagst und Kocher) wurde im Jahr 1989 von Rudi Sprügel gegründet. Das Unternehmen stattet Mannschaften aus verschiedenen Sportarten mit Trikots, Trainingsanzügen, Hosen und Stutzen aus.

Der Fokus liegt auf dem Fußball. Im Teamsport zählt Jako zu den Top-drei-Ausstattern in Deutschland. Die Hohenloher Spezialisten exportieren in rund 20 europäische Länder. Jako beschäftigt 200 Mitarbeiter, 160 von ihnen am Stammsitz in Mulfingen-Hollenbach. Der Umsatz lag zuletzt bei 174 Millionen Euro. Produzieren lässt Jako seine Ware überwiegend in China, Vietnam und der Türkei. Zum 25. Firmenjubiläum veranstaltet Jako vom 11. bis 14. September einen großen Jubiläums-verkauf mit zahlreichen Aktionen in Hollenbach.

JÜP

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