Im herbst-winterlichen Schmuddelwetter sind Streifzüge durch die Stadt ja eher ein zweifelhaftes Vergnügen. Wie gut also, dass man sich ihre Sehenswürdigkeiten künftig ins warme Wohnzimmer holen kann. Das Spiel "City-Memo Crailsheim" der Stuttgarter Firma "Bräuer Produktmanagement" darf zwar aus rechtlichen Gründen nicht so heißen, ist aber ein klassisches Memory: Auf 30 Motivkartenpaaren sind Crailsheimer Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen, Vereine und sonstwie typisch Horaffiges abgebildet.

Die Macher des Spiels waren bei der Reisemesse CMT in Stuttgart an den damaligen Crailsheimer Wirtschaftsförderer Dr. Jürgen Ludwig herangetreten. Seitdem haben Stadt und Produzent eng zusammengearbeitet. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Spielkärtchen zeigen Crailsheim von seinen besten Seiten. Da ragen etwa Liebfrauenkapelle und Rathausturm in einen tiefblauen Himmel, da grüßt der Eilooder zum Fränkischen Volksfest, da marschiert die Bürgerwache und leuchtet Goldbach am Lichterfest. Zu jedem Motiv gibt es in einem beigelegten Faltblatt einen erklärenden Text - auf Deutsch und Englisch. Auf einem kleinen Stadtplan sind die Sehenswürdigkeiten mit Nummern verortet.

"Unser Konzept ist, dass wir zunächst immer an die jeweilige Stadt herantreten", sagte Spieleverleger Götz Bräuer bei der Präsentation des Spiels im Rathaus. "Das ist für sie ja eine gute Reklame." 1999 haben die Bräuers mit einem "City-Memo" ihrer Heimatstadt Stuttgart begonnen - ein großer Erfolg. Die anderen deutschen Großstädte kamen nach und nach hinzu, bevor man sich ins deutsche Hinterland vorwagte. Mittlerweile haben die Spiele eine Gesamtauflage von 200.000 Stück erreicht, mehr als 100 Städte sind auf Spielkarten gebannt - zum Beispiel auch Schwäbisch Hall.

Neben Crailsheim sind jüngst Friedrichshafen, Freudenstadt, Pforzheim, Rügen und der Harz (als "Regio-Memo") auf den Markt gekommen. Städte wie Heilbronn, Erlangen oder Dortmund sollen demnächst folgen. "Das Spiel ist nicht nur für Touristen, sondern auch gerade für die Einheimischen gedacht", sagte Bräuer. Denn wie oft läuft man durch die eigene Stadt und weiß nicht so recht, was sich hinter diesem oder jenem Gebäude verbirgt? So ist das "City-Memo" auch durchaus ein Stück spielerische Heimatkunde.

Die Crailsheimer Ausgabe hat zunächst eine Auflage von 500 Stück und ist zum Beispiel im Bürgerbüro des Rathauses und deutschlandweit im Buchhandel erhältlich. Oberbürgermeister Rudolf Michl bekam die erste Ausgabe - passenderweise an seinem 54. Geburtstag - geschenkt. Das Stadtoberhaupt behält das Spiel aber freilich nicht selbst. "Das bekommt ein Kindergarten", kündigte Michl an.