Aktion Spielenachmittag in der Stadtbücherei: Wenn „Do De Li Do“ zu „Du Dö Del Di“ wird

In der Stadtbücherei kann man Spiele nicht nur ausprobieren, sondern auch ausleihen.
In der Stadtbücherei kann man Spiele nicht nur ausprobieren, sondern auch ausleihen. © Foto: Ute Schäfer
Crailsheim / Ute Schäfer 13.02.2018

Ich bin noch keine fünf Minuten in der Stadtbücherei, da sitze ich schon an einem der Tische. Das Spiel, das hier gespielt wird, klingt wie ein Jodeldiplom: Es heißt „Do De Li Do“, und Raphaela, 17 Jahre, aus Altenmünster, hat schon eine paar Runden hinter sich. Mit am Tisch sitzt Mandy Grob, Mitarbeiterin der Stadtbücherei. Sie versucht, mir die Regeln zu  erklären. Denn natürlich haben sich die Verantwortlichen auf den Spielenachmittag vorbereitet: „Immer wenn die Bücherei zu war, haben wir die Spiele ausprobiert. Jemand muss die Regeln ja kennen. Aber am besten lernt man sie sowieso, wenn man spielt“, sagt Grob und mischt die Karten. Sie ist als Clown verkleidet und hat an diesem Spielenachmittag offensichtlich Spaß.

Doch bevor es überhaupt richtig losgeht, werden wir unterbrochen. Grob muss zur Ausleihtheke. Denn natürlich können die Spiele an diesem Nachmittag nicht nur ausprobiert, sondern auch gleich ausgeliehen werden. „Das ist eines der Ziele des Spielenachmittags“, sagt die Mitarbeiterin. „Wir wollen zeigen, dass wir nicht nur Bücher haben.“

Mittlerweile hat Raphaela die Karten ausgeteilt, Grob ist zurück und es geht los. Beim Spiel ist Konzentration und Schnelligkeit gefordert. Allerdings: Wer, wie ich, immer wieder vergisst, dass man „äh“ sagen muss, wenn die Schildkröte kommt, der versagt kläglich.

Kurze Pause, wieder wartet jemand an der Theke – für mich eine willkommene Verschnaufpause. Ich blicke um mich: In der Stadtbücherei sind viele kleine Tische aufgestellt. Daran spielen mindestens 30 Kinder und Erwachsene Brettspiele. Viele der Kinder sind kostümiert. Es gibt Zwerge und Feuerwehrmänner, und eine kleine Biene schwirrt auch herum. Es herrscht ein reges Kommen und Gehen. Doch hat sich eine Spielrunde erst einmal zusammengefunden, dann ist sie so schnell nicht mehr aus der Konzentration zu bringen.

Mandy Grob ist zurück. „Das Spiel ist mein Lieblingsspiel“, sagt sie und greift zu den Karten. Es geht weiter, und nun habe auch ich ein kleines Erfolgserlebnis – fast: Ich erkenne blitzschnell, dass ich jetzt „Do De Li Do“ sagen müsste. Im Eifer des Gefechts sage ich aber „Du Dö Del Di“ oder so ähnlich, weil ich eben ans Jodeldiplom denken muss, und wir alle müssen herzlich lachen.

Zum zweiten Mal hat die Stadtbücherei den Spielenachmittag organisiert. Es soll ihn nun zweimal im Jahr geben, kündigt Grob vorfreudig an, das nächste mal im Herbst.  

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