Die Zeichen dafür, dass in Onolzheim keine „normale“ Wahlversammlung einer „normalen“ Partei über die Bühne geht, standen schon knapp eine Woche vorher an der Wand: Die mit Spraydosen angebrachte Parole „Kein Raum für rechte Hetze! No AfD!“ prangte in großen, schwarzen Lettern unübersehbar auf einer Seite der Festhalle. Bis gestern waren die Schriftzüge allerdings wieder übertüncht.

Auch die Polizei ging bei ihrer Einsatzplanung davon aus, dass der Protest gegen den Auftritt des AfD-Prominenten Jörg Meuthen sich nicht allein auf die etliche Kilometer entfernt ablaufende Demonstration in der Crailsheimer Innenstadt beschränken könnte, sondern eventuell auch direkt nach Onolzheim getragen wird – unter Umständen in einer randalierenden Form.

„Störbereite Personen“ im Blick

Diese Befürchtung hatte offenbar auch die Crailsheimer Stadtverwaltung: Das Rathaus erließ eine „Allgemeinverfügung“, die vor allem den angrenzenden Sportplatz in eine mit Flatterbändern markierte Sperrzone verwandelte, die gestern zwischen 15 und 24 Uhr nicht betreten werden durfte.

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Das Verbot solle verhindern, dass sich „störbereite beziehungsweise gewalttätige Personen der Versammlungsstätte nähern“, wie es auf der an Absperrgittern befestigten Verfügung hieß, die „unmittelbaren Zwang“ durch Polizisten androhte, falls jemand das Sperrgebiet ignorieren sollte.

Die Polizei brachte fünf Mannschaftstransporter in Stellung, verstärkt durch mehrere Streifenwagen der hiesigen Polizei. Insgesamt dürften 30 bis 40 Beamte im Einsatz gewesen sein – mitsamt Diensthunden und vier Polizeipferden. Die Einsatzleitung lag in den Händen von Andreas Wankmüller, kommissarischer Leiter des Polizeireviers in Crailsheim.

Alles verlief störungsfrei und ruhig, teilte die Polizei mit.

Mehr zum Auftritt Jörg Meuthens und der AfD-Veranstaltung im Hohenloher Tagblatt.

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