Politik SPD-Abgeordneter für Bundestagswahl 2013 nominiert

Die Nominierung ist perfekt (von links): Die beiden regionalen SPD-Vorsitzenden Josef Mischko (Ostalb) und Jürgen Hestler (Backnang) gratulieren Christian Lange, der 98,2 Prozent Zustimmung erfahren hat. Foto: Michael Länge
Die Nominierung ist perfekt (von links): Die beiden regionalen SPD-Vorsitzenden Josef Mischko (Ostalb) und Jürgen Hestler (Backnang) gratulieren Christian Lange, der 98,2 Prozent Zustimmung erfahren hat. Foto: Michael Länge
Gschwend / MICHAEL LÄNGE 17.09.2012
Seit 1998 vertritt der Jurist Christian Lange den Gmünder/Backnanger Wahlkreis im Deutschen Bundestag. Nun wurde der Landesgruppenchef seiner Partei auch für die Wahl 2013 nominiert.

Für Christian Lange selbst wars ein "Traumergebnis": Mit 98,2 Prozent nominierten ihn die Sozialdemokraten des Wahlkreises Schwäbisch Gmünd/Backnang am Freitagabend im Gschwender "Bilderhaus" als SPD-Kandidaten für die Bundestagswahl im Herbst 2013. Zuvor hatte er den Wechsel von Schwarz-Gelb zu Rot-Grün zum Ziel erklärt.

Lange hatte - bei einer Nein-Stimme und einer ungültigen Stimme - 56 von 58 Stimmen erhalten. Zuvor hatte er verdeutlicht, was die SPD aus seiner Sicht von der jetzigen schwarz-gelben Regierung unterscheidet. "Dass Deutschland heute so gut da steht, hat genau einen Grund: unsere Reformen", erinnerte er zunächst an die rot-grünen Jahre von 1998 bis 2005. Darauf - und auf die Transparenz bei der Offenlegung von Abgeordneten-Nebentätigkeiten - sei er stolz, sagte Lange. Um zu ergänzen: Und auf die Infrastruktur, denn die sei mit den Ortsumfahrungen Lorch, Mutlangen und Gmünd in diesen Regierungsjahren entscheidend gestärkt worden. Heute passiere da überhaupt nichts, sagte Lange und nannte Mögglingen als Beispiel. Dafür machte er, wenngleich er die Priorisierung der Mögglinger Ortsumgehung durch das Land kritisiert habe, die Bundesregierung und deren geplante "massive" Kürzungen bei den Bundesfernstraßen verantwortlich. Er wolle für Mögglingen kämpfen wie auch für den Ausbau der Kinderbetreuung.

Hier erteilte er der "Herdprämie", dem Betreuungsgeld der Bundesregierung, eine klare Absage und forderte mehr Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Mit den dafür vorgesehenen zwei Milliarden Euro könne man 166 000 Kita-Plätze schaffen. Die heutige Regierungskoalition sei "orientierungslos, ratlos, heillos", sagte Lange. Dieses Versagen sei zuerst das Versagen der Kanzlerin.

Bei der Energiewende fehle Verlässlichkeit und Planungssicherheit, bei Europa fehle der Kanzlerin "die Idee, dass dieses Europa mehr ist als ein paar Zahlen auf dem Papier", bei der Krise 2008 habe nicht Merkel gehandelt, sondern Steinbrück, Steinmeier und Scholz - mit Garantie für Spareinlagen, mit Kurzarbeitergeld, mit Konjunkturpaketen. Die SPD habe "drei hervorragende Kandidaten", deshalb sei er überzeugt: "Der nächste Kanzler ist Sozialdemokrat."

Kritische Fragen gabs an Lange in der Diskussion: nach dem Sinn eines NPD-Verbotes, das er befürwortet, nach dem Spitzensteuersatz, den die SPD einst gesenkt habe, und nach der Möglichkeit Rot-Rot-Grün, wenn Rot-Grün nicht reichen sollte. Keiner wisse heute, welche Parteien überhaupt in den Bundestag kommen, sagte dazu Lange und empfahl deshalb, "über nichts anderes als Rot-Grün zu reden".

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