Crailsheim Spaß auf französisch

Léa Marchal schaut zu, wie die Achtklässler pantomimisch versuchen, sich gegenseitig Begriffe zu erklären. Das Lösungswort galt aber nur, wenn es auf Französisch erraten wurde.
Léa Marchal schaut zu, wie die Achtklässler pantomimisch versuchen, sich gegenseitig Begriffe zu erklären. Das Lösungswort galt aber nur, wenn es auf Französisch erraten wurde. © Foto: Luca Schmidt
Crailsheim / Luca Schmidt 08.06.2018
Das France Mobil machte Halt an der Leonhard-Sachs-Schule in Crailsheim. Im Vordergrund steht der Spaß an der Kultur und Sprache unseres Nachbarlandes.

Lernen ist nicht das Hauptziel, sondern Spaß: Das ist die Devise des France-Mobils, das diese Woche an der Leonhard-Sachs-Schule (LSS) in Crailsheim zu Gast war. Fahrerin des Mobils, Animateurin und Lehrerin zugleich ist die 26-jährige Léa Marchal.

Wie Spaß an einer Sprache funktionieren kann, zeigt sie der achten Klasse der Gemeinschaftsschule: In zwei Gruppen, „Paris“ und „Montpellier“, treten die Schüler gegeneinander an. Sie spielen Pantomime und erklären sich gegenseitig Begriffe, ohne zu sprechen. Schnell erraten wird das Wort „Kaffee“, länger dauert es hingegen bei „Rose“.

Lauter wird es bei der sechsten Klasse, die als Nächstes dran ist: Wieder spielen zwei Gruppen gegeneinander, an der Tafel steht zweimal das komplette Alphabet. Für jeden Buchstaben muss ein französisches Wort gefunden werden. Für die meisten geht das ziemlich schnell, aber nicht für alle: Bis zum Schluss bleibt der Buchstabe X leer.

Dabei muss Léa Marchal nicht nur animieren und leiten, sondern auch Fragen beantworten, beispielsweise nach den Essgewohnheiten der Franzosen. „Wir essen abends warm und zum Frühstück gibt es Baguette mit Marmelade“, verrät sie. Sie habe aber auch schon Schnecken gegessen, „die schmecken super mit Kräutern und Soße“. Ihr Geburtsort Nancy sei für Quiche bekannt, sie möge auch Käse sehr gerne.

Aber auch sie hat Fragen: „Was denkt ihr über die Sprache Französisch?“, fragt sie die Schüler. Die Antwort: eine schöne Sprache, die man schnell und einfach lernen kann. Auch wenn ein Schüler zugibt, dass er ab und zu die Vokabeln vergisst.

Sie selbst sei über eine Freundin zum France-Mobil gekommen. „Sie hat viel darüber erzählt, es klang sehr vielversprechend.“ Und so ist sie seit September mit dem Auto im östlichen Baden-Württemberg unterwegs. Das Angebot gebe es deutschlandweit, elf weitere Franzosen seien neben ihr im Einsatz. „Das Angebot wird gut angenommen“, erklärt Marchal.

In ihrer knapp neunmonatigen Laufbahn als France-Mobil-Fahrerin hat sie schon einiges erlebt. „Einmal wollten Schüler Autogramme von mir. Ich habe ihnen erklärt, dass ich nicht berühmt bin, aber das war ihnen egal“, sagt Marchal. Überraschenderweise war Marchal selbst eigentlich nicht gut in Deutsch, als sie es in der Schule gelernt hat. Erst als sie sich richtig bemühte und die Angst vorm Sprechen verlor, sei es besser geworden. So gut, dass sie dann sogar Germanistik studiert hat. Mittlerweile lebt sie seit drei Jahren in Deutschland.

Nach Crailsheim gekommen ist Léa Marchal, weil Französischlehrerin Dorothee Hüls von der Leonhard-Sachs-Schule das Mobil online angefragt hat. „Ich wusste, dass es das gibt“, sagt Hüls, gehört hatte sie es von einer Kollegin. Nach der Anfrage ging alles ganz schnell. Die Französischstunden, bei denen der Spaß an der Fremdsprache im Vordergrund steht, sind für die Schulen kostenlos.

Was ist das France-Mobil?

Das France-Mobil ist eine Initiative des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) und des Institut français und wird unterstützt von der Robert-Bosch-Stiftung, von Renault, dem deutsch-französischen Institut Erlangen und dem Ernst-Klett-Verlag.

Ziel ist es, Kinder und Jugendliche an Schulen spielerisch für die französische Sprache und Kultur zu begeistern und ein attraktives, freundliches und aktuelles Frankreichbild zu vermitteln.

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