Als Sophia Waigand (4) aus Crailsheim vor einigen Wochen beim Spazierengehen einen bunt bemalten Stein in der Stadt fand, freute sie sich sehr. Sie nahm ihn mit nach Hause, betrachtete ihn täglich voller Begeisterung und legte ihn schließlich wieder ab, damit ein anderes Kind ihn finden und sich darüber freuen konnte.

Wenn Sophia jetzt mit ihrer Mutter spazieren geht, findet sie jede Menge bemalte Steine am Wegesrand, denn viele Kinder und Erwachsene beteiligen sich an der Mitmach-Aktion. Die Steine, die verschiedene Motive zeigen – manche sind kunstvoll verziert, manche zeigen witzige ­Gesichter, einige sind mit mutmachenden Worten beschrieben – bilden inzwischen lange, farbenfrohe Ketten in der Stadt.

Am Ortsrand von Altenmünster etwa schlängelt sich eine Steinschlange schon rund 75 Meter stadtauswärts am Radweg entlang. „Mal sehen, wie lang die Schlange während der Corona-­Zeit wird. Vielleicht schaffen wir es bis nach Onolzheim?“, ist auf einem Schild zu lesen.

Fotos von Steinschlangen kursieren in den sozialen Medien und animieren immer mehr Menschen zum Mitmachen. Die bemalten Steine sind ein Zeichen für den Zusammenhalt in der Corona-Krise: Jeder kann seinen Teil dazu beitragen, dass das Virus sich nicht weiter verbreitet. Das Bemalen der Steine ist darüber hinaus ein schöner Zeitvertreib.

Auch die vierjährige Sophia Waigand ist mittlerweile von der Steinsammlerin zur Steinbemalerin geworden. Sieben Steine hat sie schon mit Farbe und Pinsel verschönert und in der Crailsheimer Innenstadt in der Nähe des Rathauses und auf dem Sauerbrunnen rund um den Spielplatz verteilt.