Rems-Murr-Kreis Solidarische Aufgabe

Landrat Johannes Fuchs befürwortet die Betreuung von Asylbewerbern durch Ehrenamtliche. Archivfoto
Landrat Johannes Fuchs befürwortet die Betreuung von Asylbewerbern durch Ehrenamtliche. Archivfoto
Rems-Murr-Kreis / SWP 18.11.2014
Landrat Johannes Fuchs hat zur Berichterstattung der Waiblinger Kreiszeitung über die Unterbringung von Flüchtlingen Stellung genommen. Er fordert unter anderem eine Betreuung durch Ehrenamtliche.

"Die angemessene Unterbringung von Flüchtlingen ist eine anspruchsvolle öffentliche wie auch humanitäre Aufgabe, welcher sich der Rems-Murr-Kreis zusammen mit den Städten und Gemeinden zu stellen hat", sagt Landrat Johannes Fuchs. Die Kreistagsfraktionen hätten sich mit der Thematik und dem vom Landkreis praktizierten Vorgehen in der öffentlichen Sitzung des Sozialausschusses am 5. Mai intensiv befasst.

Ergänzend hierzu hätten sich zahlreiche Kreistagsmitglieder zusammen mit Vertretern der Städte Backnang und Waiblingen ein eigenes Bild von der Wohncontaineranlage Erbach in Fellbach verschafft und an der sich anschließenden Unterredung im Rathaus Fellbach teilgenommen. Die Presse sei zu diesem Termin eingeladen gewesen und habe umfassend berichtet.

"Vertreter aller Kreistagsfraktionen haben bei der Aussprache zum Ausdruck gebracht, am Leitbild der dezentralen wohnortnahen Unterbringung von Asylbewerbern in zahlenmäßig überschaubaren Einheiten festhalten zu wollen", teilt Fuchs mit. Nicht nur aus humanitären Gründen, sondern auch unter Rücksichtnahme auf die hier lebenden Menschen solle die Einrichtung zentralisierter Massenunterkünfte im Rems-Murr-Kreis auch künftig keine Option sein. "Auch sollen für die Gemeinschaftsunterbringung nicht nur die sechs Großen Kreisstädte, sondern verstärkt die mittelgroßen Städte und Gemeinden im Landkreis in die Pflicht genommen werden."

Neben der reinen Unterbringung sei verstärkt eine gezielte Betreuung der Flüchtlinge durch ehrenamtliche Kräfte und durch die örtlichen Kommunalverwaltungen sicherzustellen. Diese Zielsetzung sei nur dann erreichbar, so der Landrat, wenn die Flüchtlingsunterbringung als solidarische Gemeinschaftsaufgabe durch sämtliche Städte und Gemeinden des Landkreises aktiv mitgetragen wird. "Wenn dem Kreistag nun in diesem Zusammenhang von Kommunalpolitikern einer mittelgroßen Gemeinde im Landkreis eine ,Geheimhaltungspolitik vorgeworfen und eine angebliche Verletzung von Grundsätzen der Demokratie beklagt wird, wenn der Verwaltung zugleich unerwünschte Interessenskonflikte und eine Blockadepolitik unterstellt wird, so ist dies angesichts des tatsächlichen Vorgehens und der sorgfältig abgewogenen Sachargumente einfach nur rätselhaft." Angebote und Hinweise von Bürgern zur Integration von Flüchtlingen in unserer Gesellschaft seien sehr willkommen, so Fuchs.