Waldenburg So viel Wasser wie noch nie

Waldenburg / PM 30.01.2016
Das trockene Jahr 2015 hat die Nordost-Wasserversorgung problemlos bewältigt. Bei der Verbandsversammlung wurde Bilanz gezogen. Dieses Jahr muss ein neuer Geschäftsführer gefunden werden.

NOW-Geschäftsführer Ernst Rommel wird auf eigenen Wunsch zum Jahresende 2016 aus seinem Amt ausscheiden. Rommel wurde 1994 Technischer Geschäftsführer der NOW. Seit 2006 ist er alleiniger Geschäftsführer. Zur Wahl eines neuen Geschäftsführers wollen sich die NOW-Mitglieder am 21. Juni zu einer außerordentlichen Verbandsversammlung einfinden.

Bei der ordentlichen Verbandsversammlung in Waldenburg wurde auf ein überdurchschnittlich trockenes Jahr mit einem sehr heißen Sommer zurückgeblickt. "Trotz der lang anhaltenden Trockenheit konnte der Zweckverband Nordost-Wasserversorgung seinen Mitgliedern jederzeit genügend Trinkwasser in bester Qualität zur Verfügung stellen", heißt es in einer Pressemitteilung. Heiße und trockene Sommer wie im Jahr 2015 zeigten, dass die Kommunen auf die großen Fernwasserversorger im Land angewiesen seien, so der Verbandsvorsitzende Bürgermeister Klemens Izsak aus Schrozberg. Mit der Realisierung von Wasserversorgungskonzeptionen habe die NOW die richtigen Weichen gestellt, da durch diese kommunalen Kooperationen die örtlichen Wasserressourcen besser genutzt werden und die Versorgungssicherheit der beteiligten Städte und Gemeinden erhöht werde.

Die Jahreswasserabgabe (inklusive Eigenverbrauch) betrug 2015 rund 26,5 Millionen Kubikmeter. Damit wurde der bisherige Rekordwert von 2014 in Höhe von 23,5 Millionen Kubikmeter deutlich übertroffen. Die hohe Wasserabgabe ist jedoch nicht nur auf die Trockenheit im letzten Jahr, sondern auch auf die seit Juli 2014 bestehende Kooperation mit dem Zweckverband Wasserversorgung Jagstgruppe und dessen Vollversorgung durch die NOW zurückzuführen. Mittlerweile ist die Jagstgruppe mit einer Wasserabnahme von 3,5 Millionen Kubikmetern pro Jahr abnahmestärkstes Mitglied bei der NOW, vor dem Zweckverband Hohenloher Wasserversorgungsgruppe (2,5) und der Stadt Schwäbisch Hall (2,2).

Durch die Inbetriebnahme eigener Wasserwerke im Rahmen der Trinkwasserkonzeptionen konnte die NOW mittlerweile den Eigenwasseranteil auf rund 30 Prozent steigern. Der übrige Bedarf wird weiterhin durch den Bezug von Fernwasser (überwiegend aus dem Donautal und dem Bodensee) gesichert. Da die Aufbereitung von Rohwasser in den Wasserwerken energieintensiv ist, arbeitet die NOW gezielt daran, den steigenden Stromkosten aktiv entgegenzuwirken. Aus diesem Grund wurde eine Windkraftanlage beim Wasserwerk Bronn errichtet. Da die Wasserkammern des Wasserwerks sowie die höher gelegenen, großvolumigen NOW-Wasserbehälter außerdem über ausreichend Pufferkapazitäten verfügen, können in windreichen Zeiten die Hochbehälter befüllt und in windschwachen Zeiten abgewirtschaftet werden.

2015 betrug der Durchschnittswasserpreis 83,93 Cent pro Kubikmeter. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahrespreis eine Erhöhung um vier Prozent. Ursachen dafür seien höhere Strom- und Personalkosten sowie Preisanhebungen der Vorlieferanten. Mehrere große Wasserversorgungskonzeptionen konnten im Tauber-, Jagst- und Kochertal durch die NOW umgesetzt werden. Ziel dieser Projekte ist die interkommunale Erschließung und Bewirtschaftung regionaler Wasservorkommen.

Nördlicher Rems-Murr-Kreis

Die Kooperationsverträge wurden im Frühjahr 2015 unterzeichnet. Das neue Wasserwerk Murrtal, in dem das Rohwasser der teilnehmenden Konzeptionspartner aufbereitet und enthärtet werden soll, wird bei Burgstetten errichtet. Kosten: rund 30,5 Millionen Euro.

Wasserversorgung Jagstgruppe

Mitte 2014 ist der Betrieb der Anlagen der Jagstgruppe an die NOW übergegangen. Die Kooperationsvereinbarung der beiden Zweckverbände sieht vor, dass die Trinkwasseraufbereitung im Wasserwerk Schweighausen (unmittelbar an der B 290 zwischen Jagstzell und Ellwangen) optimiert wird. Zudem soll eine Enthärtungsanlage eingebaut werden.

Wasserversorgung Kochereckgruppe

Der Rohbau des Wasserwerks Grimmbach, das zwischen Braunsbach und Untermünkheim errichtet wird, wurde letztes Jahr fertiggestellt. Dort wird zukünftig das Rohwasser des nahegelegenen Grimmbachbrunnens aufbereitet und enthärtet. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2016 vorgesehen. Mit der Inbetriebnahme der beiden Wasserwerke Grimmbach und Kupfer erhalten die Gemeinden Braunsbach und Kupferzell höhere NOW-Bezugsrechte. Die Gemeinde Untermünkheim, die bisher nur indirekt über den Zweckverband Wasserversorgung Kochereckgruppe NOW-Wasser bezog, wird zum 1. Oktober das 74. Mitglied der NOW.

Wasserversorgung Taubertal

Im Dezember erfolgte der Spatenstich für das sieben Millionen Euro teure Wasserwerk Wart zwischen Bad Mergentheim und der B 290. Zwar ist dessen Fertigstellung erst für 2017 geplant, aber die Bad Mergentheimer Bürger werden ab dem Frühjahr von weicherem Wasser und einer höheren Versorgungssicherheit profitieren, da die Wasserversorgung vorab sukzessive auf NOW-Wasser aus dem Wasserwerk Bronn und Eigenwasser aus Bad Mergentheim umgestellt wird.

Wasserversorgung Kochertal

Im Kochertal wurde 2015 der letzte Leitungsbauabschnitt bei Künzelsau fertiggestellt. Zwischen 2009 und 2015 wurden insgesamt rund 68 Kilometer Rohrleitungen verlegt, um die beteiligten Städte und Gemeinden (Forchtenberg, Ingelfingen, Künzelsau, Niedernhall, Mulfingen, Schöntal, Weißbach) ans neue Wasserwerk in Niedernhall anzuschließen.

Der Zweckverband NOW

Seit ihrer Gründung ist die Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) als kommunaler Zweckverband zu 100 Prozent in öffentlicher Hand. Der NOW gehören 49 Städte und Gemeinden, 17 Zweckverbände, drei Stadtwerke und vier Landkreise an.

Die NOW ist das drittgrößte Fernwasserversorgungsunternehmen in Baden-Württemberg. Über ein 700 Kilometer langes Leitungsnetz verteilt die NOW pro Jahr rund 25 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an ihre Mitglieder. Insgesamt werden circa 600 000 Einwohner in rund 100 Städten und Gemeinden mit Trinkwasser versorgt. pm

SWP

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