Ehrenamt DRK-Bereitschaft: So viel mehr als Pflaster kleben

Crailsheim / Birgit Trinkle 19.09.2017
Ohne die DRK-Bereitschaft wäre das Volksfest in dieser Form nicht möglich – 53 Ehrenamtliche in 96 Einzelschichten im Einsatz.

Am Freitag ist jemand auf dem Volksfestplatz gestürzt und hat sich dabei eine schwere Kopfverletzung zugezogen. Damit muss gerechnet werden. „Alles, was daheim passieren kann, ist auch hier möglich“, sagt Heiko Rieger von der DRK-Bereitschaft Crailsheim, „von der Schnittverletzung bis zum Herzinfarkt“. Nur eben, dass es nicht um ein, zwei Haushalte geht, noch nicht mal um die rund 33.000 Crailsheimer: Bis zu 100.000 Gäste pro Tag feiern das Fränkische Volksfest. Dass die schiere Menge an Menschen zwangsläufig mit Verletzungen, Kreislaufproblemen oder alkoholbedingten Ausfällen einhergeht, liegt auf der Hand

Was am Wochenende das Polizeipräsidium bekannt gab, dass nämlich rekordverdächtig wenig passiert beim Volksfest, wird in gewisser Weise vom DRK aufgegriffen: Relativ ruhig sei’s, ist in der Karlsberghalle zu hören und obwohl es vor allem in den Abend- und Nachtstunden sehr viel zu tun gebe, habe man doch vor einigen Jahren mit ganz anderen Problemen gekämpft: „Damals gab’s viel mehr Ärger, da haben sich Gruppen gezielt für Volksfestschlägereien verabredet“, erinnert sich Felix Noack.

Auch in dieser Beziehung hätten sich das neue Sicherheitskonzept der Stadt und die Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst SDS bewährt. Dass Security und Aussteller die DRK-Nummer verinnerlicht haben, sorgt dafür, dass nicht nur schnell geholfen werden kann, sondern auch die Einweisung viel besser funktioniert: Sanitätsdienst auf dem Volksfest ist durch und durch professionell. Ganz ohne Hauptamtliche. Das heißt, dass sich die hauptberuflich arbeitenden Rettungs- und Notfallsanitäter im Team für die Volksfest-Bereitschaft freigenommen haben. Für sie ist das Ehrensache.

Im Dienst an der Gemeinschaft

52 Freiwillige in 96 Einzelschichten bestritten in diesem Jahr die DRK-Bereitschaft – Männer und Frauen, die ausnahmslos Freizeit verschenken oder gar Urlaub genommen haben, um hier mitzuhelfen. Gerade mal fünf Prozent der Volksfestbesucher, wird geschätzt, wissen, dass die auf dem Fest allgegenwärtigen DRK-ler allesamt ehrenamtlich dabei sind. Die meisten, so Felix Noack, machen ohnehin keinen Unterschied zwischen Bereitschaft, Rettungsdienst und Krankenhaus. Umso schöner ist es, wenn Fremde sie auf dem Platz ansprechen und einfach Danke sagen dafür, dass sie in einem Gefühl der Sicherheit feiern können. Diese Wertschätzung gibt es natürlich umso mehr, wenn tatsächlich Verletzungen versorgt werden – Schnittwunden etwa; wo mit Glas gearbeitet wird, gibt’s fast zwangsläufig Schnittwunden. Die Ausnahme sind „Kunden“, die so betrunken sind, dass sie gar nicht wissen, wo sie sind und was mit ihnen geschieht. In solchen Fällen ist es ganz gut, dass auch die Polizei nicht fern ist.

Es muss gar nicht zum Schlimmsten kommen; allein eine explodierende Fritteuse könnte zu verheerenden Verletzungen führen. Die in eine Sicherheitszentrale umgewandelte Karlsberg­halle bewährt sich jedes Jahr neu. Seit die Flieger ausgezogen sind, gibt es für die Helferinnen und Helfer erstmals einen vom Schlaf-Trakt abgetrennten Aufenthaltsbereich, vor allem aber ist das DRK-Team mit zwei neuen Tragen und Dutzenden Versorgungssets für sehr viele Ereignisse gerüstet, die hoffentlich nicht eintreten.

Info Verstärkung ist immer willkommen. Wer sich für die Arbeit der Bereitschaft Crailsheim des DRK interessiert, findet weitere Informationen unter
www.bereitschaft-crailsheim-drk.de