Die Würfel sind gefallen, die Grundzüge der kompletten Neugestaltung des Gebiets rund um den Volksfestplatz beschlossen. Einstimmig, ohne Diskussion und Stellungnahmen. Die hatte es bei der Vorberatung im Bau- und Sozialausschuss gegeben (unsere Zeitung berichtete am Donnerstag). Das Karlsruher Büro Humpert & Kösel-Humpert, das den favorisierten Masterplan-Entwurf erarbeitet hat, ist jetzt mit der Überarbeitung beauftragt.

Dafür stehen 90.000 Euro zur Verfügung.

Gute Noten für den Entwurf

Der Entwurf, dem die Verwaltung einen „angemessenen und anpassungsfähigen Umgang mit dem Bestand“ bescheinigt, „ohne die städtebauliche Vision zur Aufwertung des Aufgabengebiets aus den Augen zu verlieren“, wurde unterm Strich auch von Gemeinderat und von Bürgern, die einen Fragebogen ausfüllten, als passendster ausgewählt.

Gelobt werden die Anordnung von Stadt- und Sporthalle, der Auftakt mit einem Hochhaus an der Schönebürgstraße sowie die Nachverdichtung an den Randbereichen, mit der wertvolle Innenstadtfläche effektiver genutzt werden soll. Dann steht die Frei­stellung und Öffnung des Diebs­turms an, und ein kubusartiger Neubau an der Schillerstraße (als Ersatz für das alte Landratsamt). Die Verbindung von Festplatz und Innenstadt hat überzeugt, auch die Verlängerung der Grünflächen des einstigen Stadtgrabens bis an die Karlstraße.

Schwächen werden bei der Gestaltung des Festplatzes gesehen. Die Stadtplanung bemängelt Gliederung und Eingangsbereich sowie die mobile Begrünung, aus den Reihen der Bürger gab’s Kritik an wegfallenden Parkplätzen und zu wenig Wohnbebauung.

Das ist schlecht am Volksfestplatz

Vor allem an der Gestaltung des Volksfestplatzes gab es also einiges auszusetzen, in den Treffen und Diskussionen der vergangenen Monate zeichnete sich eine ganze Reihe von Änderungswünschen ab. In der Überarbeitungsphase sollen diese, so sagt Baubürgermeister Jörg Steuler „vom Planungsbüro geprüft und bei Möglichkeit in die Planung integriert werden“. Im Wesentlichen haben sich folgende Änderungswünsche ergeben:

  • Überarbeitung der Festplatzgestaltung hinsichtlich des Materials, der Achsen, der Gliederung und der Eingangsbereiche, vor allem des vorderen Teils. Auch der Verkehr auf dem Platz ist Thema.
  •  Überarbeitung der Fläche des ehemaligen Landratsamtes. Alternativ und gleichberechtigt sollen zwei Lösungen ausgearbeitet werden: Eine davon arbeitet mit dem Bestandsgebäude und integriert lediglich die Grünflächen, die andere untersucht, „ob eine Einzelhandelsnutzung sinnvoll realisiert werden kann“.
  • Überprüfen der städtebaulichen Ausrichtung der Stadthalle: Soll die Ausrichtung zur Schönebürgstraße, zum neugestalteten Volksfestplatz oder gleichgewichtig erfolgen? Gewünscht wird auch mehr Flexibilität im Blick auf die Größe der Stadthalle.
  •  Im vorderen Bereich des Volksfestplatzes, also Richtung Ehrenfriedhof, soll die Möglichkeit einer Tiefgarage geprüft werden; dabei stellt sich die Frage der Zufahrt sowie der Möglichkeit einer Fußgängerunterführung zwischen Festplatz und Innenstadt.
  • Eine mögliche Verlagerung der Feuerwache I an den Volksfestplatz soll Thema sein, um am jetzigen Standort in der Gartenstraße weitere Entwicklungsperspektiven zu erhalten. Hier sind „Integrierbarkeit und Sinnhaftigkeit“ zu prüfen.
  • In den anderen zur Wahl stehenden Entwürfen gab es Freizeit- und Sportbereiche. Die Architekten und Stadtplaner Patrick Humpert und Priska Kösel-Humpert sollen nun prüfen, welche Bereiche ihres Entwurfs dafür in Frage kommen.
  • Am geplanten Ausweichsportplatz soll verdichtete Wohnbebauung in zwei Varianten geprüft werden – einmal mit bestehendem Kunstrasenplatz und Ausweichsportplatz, dann mit deren Verlegung.

Gemeinderat beschließt im Herbst

In den kommenden Monaten ist ein Austausch zwischen Planungsbüro auf der einen und Stadtplanung, Gemeinderat und Bürgerschaft auf der anderen Seite vorgesehen. Infos zum aktuellen Planungsstand sowie Bürgerveranstaltungen sollen von Transparenz zeugen, größere Änderungen sind jetzt aber nicht mehr möglich. Schon bis zum Herbst, so Steuler, soll der überarbeitete Masterplan dem Gemeinderat vorliegen.

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München/Dinkelsbühl