Crailsheim Sinnlich, durchsichtig und in Bewegung

Christiane Wegner-Klafszky vor ihren beiden Großmüttern (Heimat: Oma Lotte - links, Heimat: Oma Meldorf - rechts).
Christiane Wegner-Klafszky vor ihren beiden Großmüttern (Heimat: Oma Lotte - links, Heimat: Oma Meldorf - rechts). © Foto: Ralf Snurawa
Crailsheim / Ralf Snurawa 13.07.2018
Eine Ahnung vom „Kulturwochenende“ gibt es bei Christiane Wegner-Klafszkys Vernissage im Forum in den Arkaden.

Auf die Verbindung der Ausstellung mit dem bevorstehenden Kulturwochenende wies Eva Doose als OB-Stellvertreterin bei ihrer Begrüßung hin. Die Ausstellung hänge zusammen mit der Filmnacht, die diesmal zum dritten Mal in das „FilmHoch3“-Projekt einhergeht. Das steht unter dem Motto „Farbenfroh“. Darauf geht auch der Ausstellungstitel „Elixier Farbe“ ein.

Er lasse, so Doose, viel Raum für eigene Interpretationen. Sei das Elixier nun Zaubersaft oder Lebensmotto? Jedenfalls komme es auf die richtige Kombination der Farben an, denn sie machten – wie Schokolade im Mund – den guten Geschmack aus. Eva Doose hielt fest, dass sie „Luftig-Durchsichtiges“ auf der Leinwand ebenso vorfinde wie Formen, die durch Wasser betrachtet erscheinen. Das „heitere Spiel in den Farben“, in denen man sich verlieren könne, sah sie als von den Farben der Nordsee inspiriert. Darin gab ihr die Künstlerin recht. In der Serie „Heimat“, aus der ein Ausschnitt zu sehen ist, seien etwa ihre beiden Großmütter abgebildet: die eine von der Nord-, die andere von der Ostsee. Auch ihr erster Reisekoffer ist auf einem auf den Kopf gestellten Bild mit Blick auf einen Deich an der Nordsee zu finden.

Neben einem Ausschnitt aus dieser Serie finden sich noch andere. Ein weiterer Zyklus heißt „Die wunderbare Welt der schönen Dinge“. Die Formensprache von für sie interessanten Gegenständen stünde im Fokus, so Christiane Wegner-Klafszky, die in Waiblingen eine neue Heimat gefunden hat, in ihrer Einführung: „Die Gegenstände verlieren praktischen Sinn und reale Größen, werden zum spannenden Kompositionsobjekt. Und in Farbschichten und durch Überlagerungen und Überschneidungen entsteht ein neues Netzwerk im Bild.“

Bekannte und Namenlose

Bekannte und namenlose Persönlichkeiten bestimmen die vier „Kulturgut“-Bilder: Uta von Naumburg, Anette von Droste-Hülshoff, eine Mariendarstellung und eine Sapmi-Frau. Hier, wie auf den meisten anderen Bildern, steht man sehr kräftigen Farbzusammenstellungen gegenüber. Die Künstlerin vermerkte dazu: „Farbe ist für mich sinnlich, Farbe ist für mich klar. Ich empfinde Farbe als heilsam, und sie verzaubert mich.“

Ein weiteres, ebenfalls von Farbe, aber doch mehr von Bewegung beherrschtes Thema ist das Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Rhythmikerin Birgit Does. Instrumente wie die Violine, Cajon oder andere Trommeln und Bewegungen von Händen und Füßen stehen da im Mittelpunkt. Birgit Does umrahmte die Vernissage mit zwei Performances: einmal mit einem Stock, das andere Mal mit einer Cajon und Körperperkussion.

Info

Beide Künstlerinnen kann man am Kulturwochenende-Samstag ab 14 Uhr mit ihrem Workshop „Farbe und Rhythmus“ zum Mitmachen noch einmal erleben. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. August zu sehen.

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