Crailsheim Fast so viele Befugnisse wie Polizisten

Ünal Tuncay (links) und Martin Druckenmüller sind die beiden ersten Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) der Stadt Crailsheim.
Ünal Tuncay (links) und Martin Druckenmüller sind die beiden ersten Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) der Stadt Crailsheim. © Foto: Stadt
Crailsheim / pm 14.06.2018
Die beiden ersten Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes haben ihre Arbeit aufgenommen.

Auf den ersten Blick unterscheiden sich Kommunaler Ordnungsdienst (KOD) und Gemeindlicher Vollzugsdienst (GVD) kaum. Selbst von Polizeibeamten sind die beiden neuen „KODler“ auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden, denn auch sie tragen eine blaue Uniform.

 Es war ein Anliegen des Gemeinderates, dass die Stadt Crailsheim einen Kommunalen Ordnungsdienst als Entlastung der lokalen Polizei und zusätzlich zum bisherigen Gemeindlichen Vollzugsdienst aufbaut, wie es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung heißt.

Nun sind die ersten beiden „KODler“ für den Einsatz bereit. Martin Druckenmüller und Ünal Tuncay müssen für ihre Tätigkeit eine vielschichtige Ausbildung an der Verwaltungsfachschule in Karlsruhe nachweisen. Polizeirecht, Straßenverkehrsordnung, Umweltrecht, Gaststätten- und Gewerberecht stand unter anderem auf dem Ausbildungsplan. Wichtige Bestandteile sind zudem ein Deeskalations- und Verhaltenstraining sowie Selbstverteidigungstechniken.

All dieses Wissen wenden die beiden nun seit Kurzem an – und zwar im Schichtbetrieb. Ganz allgemein sollen die beiden im Zweierteam zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Sicherheit beitragen. Damit ist konkret die Überwachung von Brennpunkten im gesamten Stadtgebiet gemeint.

Druckenmüller und Tuncay kümmern sich aber auch um Lärmbeschwerden, überprüfen, ob Sperrzeiten von der Gastronomie eingehalten werden und weisen Hundehalter auf ihre Pflichten hin. Auch den ruhenden Verkehr haben sie im Blick, wenngleich dessen Überwachung kein Schwerpunkt des Duos ist.

Bei allem, was ansteht, arbeiten die beiden eng mit dem Crailsheimer Polizeirevier zusammen. Tatsächlich kommen sie der Funktion eines Polizeibeamten sehr nah und haben mehr Eingriffsbefugnisse als ihre Kollegen vom GVD. Sie können zum Beispiel unmittelbaren Zwang anwenden, Platzverweise aussprechen und Personenkontrollen durchführen. Dies macht sich auch bei der Ausrüstung bemerkbar, zu der unter anderem eine Schutzweste, ein Einsatzstock, Reizgas-Spray und Handschließen gehören. Eine Schusswaffe tragen die beiden jedoch nicht.

Enge Zusammenarbeit

Direkt telefonisch zu erreichen ist das Zweierteam für die Öffentlichkeit nicht. „Nach wie vor ist das Polizeirevier außerhalb der Dienstzeiten der Stadtverwaltung erste Anlaufstelle für die Bürgerinnen und Bürger. Die polizeiliche Einsatzleitung wird dann den KOD im Bedarfsfall verständigen“, erläutert Ordnungsamtsleiter Christoph Jung, der für den neuen KOD die Verantwortung trägt.

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