Ruhestand Sekretärin des Dekanatsamtes in Crailsheim, geht am Dienstag in den Ruhestand

Hat in 28 Jahren drei Dekane erlebt: Die Crailsheimer Dekanatssekretärin Ursula Siegmund, die heute in den Ruhestand geht. Foto: Bruno Münch
Hat in 28 Jahren drei Dekane erlebt: Die Crailsheimer Dekanatssekretärin Ursula Siegmund, die heute in den Ruhestand geht. Foto: Bruno Münch
Crailsheim / MÜ 18.09.2012
Nach 28 Jahren als Sekretärin im evangelischen Dekanatsamt Crailsheim scheidet Ursula Siegmund nun aus ihrem Dienst aus. Am heutigen Dienstag wird sie mit einer Feier im Johannesgemeindehaus verabschiedet.

"Was habe ich vorzuweisen nach diesen vielen Dienstjahren?", überlegt die scheidende Dekanatssekretärin. "Ich habe kein Gemeindehaus gebaut, keine Kirche und kein Pfarrhaus renoviert, wie etwa viele Kirchenpfleger." Im Gespräch erfährt man dann aber schnell, dass Ursula Siegmund gleichwohl viel vorzuweisen hat: "Die kleinen Erfolge", wie sie es nennt. Wenn sie etwa Ratsuchenden wertvolle Hilfestellung geben konnte: "Ich war bei vielen Menschen erste Ansprechpartnerin, so etwas wie ein Kummerkasten, konnte sie zur Diakonie schicken oder sonstige Hilfe aufzeigen."

Wie wird man Dekanatssekretärin? Ursula Siegmund muss bei dieser Frage nicht lange überlegen: "Aus Liebe zur Kirche. Ich habe mich sehr früh für die Kirche interessiert." Sie, die ihre Kindheit in Siebenbürgen verbracht hat, war zuvor vier Jahre lang im Rathaus in Gerabronn beschäftigt, wo es ihr auch gut gefallen hat. Freunde aus Nagold, die um ihr Interesse an der Kirche wussten, haben sie dann darauf hingewiesen, dass im Evangelischen Gemeindeblatt die Stelle ausgeschrieben war. Sie hat sich beworben, wurde genommen und hat es nie bereut. "Meine Freude ist bis zum Schluss geblieben", kann sie von sich behaupten. Ursula Siegmund hat im Dekanatsamt drei Dekane erlebt: Theo Engels, der sie eingearbeitet hat, Peter Pfitzenmaier und jetzt Dr. Winfried Dalferth.

"Kirche menschlich sein zu lassen"

Als Sekretärin im Dekanatsamt hatte sie die üblichen Verwaltungsaufgaben zu erledigen wie Post, Telefonanrufe, Schreibarbeiten. Eine zweite Säule ihrer Arbeit waren Hilfe und Auskunft für Ratsuchende. Und wichtig war ihr vor allem auch, immer wieder Zeit für ein Gespräch zu haben - etwa seelsorgerlich oder in der Beratung von Kirchengemeinden mit vakanten Pfarrstellen. So war es ihr großes Anliegen, "Kirche menschlich sein zu lassen". Um das alles zu schaffen, war sie oft auch nach Feierabend noch an ihrer Arbeitsstelle anzutreffen.
 

Sehr am Herzen lagen Ursula Siegmund immer die Prädikantinnen und Prädikanten. Das sind Laienprediger, die ehrenamtlich in den Gemeinden Gottesdienste gestalten. Aufgabe der Dekanatssekretärin ist es, den Prädikantendienst einzuteilen. Die Kirchengemeinden bittet sie, den Dienst von Prädikanten mehr zu schätzen und auch den Dank nicht zu vergessen: "Es sind keine Lückenbüßer, sondern Menschen, die ihre Zeit und Mühe dafür geben, ehrenamtlich das Wort Gottes zu verkündigen."

Für ihre künftig mehr freie Zeit hat Ursula Siegmund einige Pläne: Sie will zusammen mit ihrem Mann reisen oder das Klavierspiel wieder intensivieren. Auch an VHS-Kursen will sie teilnehmen. Außerdem interessiert sie sich für historische Gebäude und will sich Kirchen ansehen. Rückblickend kann Ursula Siegmund sagen: "Es ist absolut anders gekommen, als ich mir das einmal gedacht habe. Aber es war ein von Gott gut vorbereiteter Weg."

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