Metal Sechste Dynamite Night in Ingersheim: Metal-Fans trotzen dem Schnee

Crailsheim / DANIELA KNIPPER 29.12.2014
Bei der sechsten Dynamite Night packten die Organisatoren noch eine ganze Schippe oben drauf: Gleich vier echte Kracher-Bands haben 600 Metal-Fans in die Sporthalle nach Ingersheim gelockt.

"Es ist unfassbar, was hier in Crailsheim abgeht", brüllt "Brainstorm"-Sänger Andy B. Franck in sein Mikro. "Und wir dachten schon, es kommt keiner!" 600 Metal-Fans beweisen ihm das Gegenteil und reisen trotz Schneechaos aus ganz Deutschland nach Ingersheim - so auch Maximilian Loritz aus Oberndorf am Neckar. Mit seinem Kumpel war er am Samstag drei Stunden unterwegs, um die vier Bands live zu erleben. "Wir sind wegen Destruction hier. Wenn es aber weiter so schneit, treten wir die Heimreise erst morgen früh an und schlafen im Auto", erzählt der 21-Jährige und schwärmt vom "geilen Trash-Metal" in der Ingersheimer Sporthalle.

Den Anfang macht die Band "Phallax". Mit melodischem Power-Metal überzeugen die Jungs aus dem Ostalbkreis. Erst im letzten Jahr waren sie auf Europatournee, und eine neue Platte ist in Arbeit.

"Geiler Auftritt" von "Victory"

Wenig später stehen "Victory" auf der Bühne. Frontsänger Jioti Parcharidis, der eher aussieht wie ein Hipster - mit Hosenträgern, Röhrenjeans und Vollbart - spricht von mehr Toleranz und erntet dafür viel Applaus. Er scheut sich auch nicht davor, von der Bühne zu springen und mit seinen Fans auf Tuchfühlung zu gehen. Dafür werden die Hannoveraner mit lauten Zugabe-Rufen belohnt. Sogar einige Schweizer sind extra wegen der Hardrockband angereist. Ihr Frontmann gibt sich ganz nahbar, nach dem Auftritt läuft er quer durchs Publikum. Ein Fan haut ihm dabei auf die Schulter und ruft "geiler Auftritt".

Der krönende Abschluss des Abends ist "Destruction". Eine der ältesten Trash-Metal-Bands, die es heute noch gibt. Schon mehr als 30 Jahre stehen sie auf der Bühne. Es wird deutlich härter und in den vorderen Reihen wird wilder Pogo getanzt. "Wir wollen möglichst viele verschiedene Richtungen ansprechen und mit ,Destruction' kommen Trash-Metal-Fans eben voll auf ihre Kosten", betont Marc Müller vom Sportverein Ingersheim. Zusammen mit Andreas Löffellad von Borila Entertainment und vielen freiwilligen Helfern hat er ein Programm gestemmt, dass sich durchaus sehen lassen kann. Getreu dem bewährten Motto "Metal made in Germany".

"Wir probieren immer mal wieder etwas Neues und wollen den Leuten einfach ein gemischtes Programm präsentieren", sagt Müller.

Auch ein besonders junger Fan ist von der Dynamite Night begeistert. Emely hat sich zum ersten Mal gemeinsam mit Papa Rüdiger Schwarz unter die Zuhörer gemischt. "Ich mag ,Brainstorm' total gerne", schwärmt die Elfjährige aus Kirchberg und lobt den Auftritt der Power-Metal-Band. Und die zeigt sich ganz begeistert von der Dynamite Night und ihren Besuchern. "Hier vorne ist so ein richtig geiler Mob", ruft Frontmann Andy B. Franck - und die Besucher schwingen zum ersten Mal ihre Haare im dröhnenden Takt des Schlagzeugs. Marc Müller und das Team freut's, dass sich die Dynamite Night so gut in Crailsheim etabliert hat. Und so wird es im nächsten Jahr auf alle Fälle eine Neuauflage geben.

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